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Dax erholt sich weiter vom Brexit-Schock

Dax erholt sich weiter vom Brexit-Schock
Dax erholt sich weiter vom Brexit-Schock
Fredrik Von Erichsen

Der Dax hat sich zunächst weiter vom Brexit-Schock erholt. Allerdings ließ die Dynamik gegenüber dem sehr starken Vortag etwas nach.

In der ersten Handelsstunde stieg der deutsche Leitindex um 0,80 Prozent auf 9522,92 Punkte, nachdem er am Dienstag um fast 2 Prozent geklettert war. Davor hatte das Börsenbarometer wegen des britischen Votums gegen die EU-Mitgliedschaft knapp 10 Prozent an Wert eingebüßt.

Die Brexit-Sorgen würden derzeit etwas aufgeschoben, sagte Analyst Michael Hewson vom Broker CMC Markets UK. Rückenwind kam auch von den freundlichen Aktienmärkten in den USA und Asien. Zudem hellte sich die vom Marktforschungsunternehmen GfK ermittelte Verbraucherstimmung in Deutschland deutlich auf - Experten hatten mit einer Stagnation gerechnet.

Für den MDax der mittelgroßen deutschen Unternehmen ging es am Mittwochvormittag um 0,50 Prozent auf 19 372,55 Punkte hoch und der Technologiewerte-Index TecDax gewann 0,54 Prozent auf 1563,07 Punkte. Auch der Eurozonen-Leitindex EuroStoxx 50 erholte sich weiter: Er stieg um 1,38 Prozent auf 2796,77 Punkte.

Händler warnten indes vor zu viel Optimismus: Die Stimmung könne jederzeit wieder kippen. Auch Analyst Christian Schmidt von der Landesbank Hessen-Thüringen äußerte sich mit Blick auf die jüngste Erholung skeptisch. Nach dem dynamischen Ausverkauf infolge des Brexit sei eine Erholungsbewegung fällig gewesen. Doch «so schön dieses Kursplus im ersten Moment auch anmuten mag, mehr als eine technische Reaktion innerhalb eines überverkauften Marktumfelds war es nicht. Die Unsicherheiten bleiben groß.»

Im Dax setzten die Versorgeraktien ihre Erholungsrally fort: Eon und RWE eroberten mit Kursgewinnen von jeweils fast zweieinhalb Prozent die beiden vorderen Plätze im Dax. Nicht gerade schaden dürfte den Branchentiteln, dass die Bundesregierung im Klimaschutzplan 2050 wohl auf konkrete Ziele für den Kohleausstieg verzichtet - entgegen einem früheren Entwurf. Dagegen büßten die Anteilsscheine der Lufthansa 0,67 Prozent ein - hier belasteten die weiter steigenden Ölpreise.

Die Papiere der Sportartikelhersteller Adidas und Puma reagierten unterschiedlich auf schlechte Zahlen von US-Konkurrent Nike: Während Adidas mit minus 0,53 Prozent zu den schwächsten Dax-Werten zählten, ging es für Puma um 0,44 Prozent hoch. Ein Händler wollte keine vorschnellen Rückschlüsse für die deutschen Unternehmen ziehen. Es sehe eher nach einer Schwäche bei Nike aus, während es bei Adidas gut laufe.