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Dax fällt knapp unter 8300 Punkte

Der Dax hat am Dienstag nach einem weitgehend richtungslosen Verlauf spürbar nachgegeben und knapp unter 8300 Punkten geschlossen. «Durchwachsene Quartalsberichte verdeutlichen, dass der Weg über das Rekordhoch im August schwierig werden könnte», sagte Marktexperte Daniel Saurenz von Feingold Research.

So machten nun zahlreiche Anleger Kasse, zumal sich auch die Wall-Street-Börsen schwächer zeigten. Der Dax büßte beeinflusst von enttäuschenden Quartalszahlen und Gewinnwarnungen 1,17 Prozent auf 8299,73 Punkte ein, Der MDax gab um 0,34 Prozent auf 14 604,43 Punkte nach. Der TecDax hielt sich dagegen stabil mit einem Minus von 0,03 Prozent bei 1009,91 Punkten.

Händler Andreas Lipkow von Kliegel & Hafner sah noch einen weiteren Grund für die Verluste im Dax: Das zurückgegangene US-Handelsdefizit im Juni mit seinen mittlerweile stärkeren Ausfuhren und geringeren Importen «zeigt nun auch dem größten Optimisten, dass die amerikanischen Verbraucher nicht mehr so konsumfreudig bei ausländischen Produkten sind». Dies sei bereits beim Autoabsatz zu sehen gewesen und zeige sich nun auch bei anderen Produkten. «Deutschland als klassische Exportnation wird davon besonders getroffen.»

Die auf Hochtouren laufende Berichtssaison warf einige Schatten. Allein aus dem Dax berichteten vier Unternehmen über ihr abgelaufenes Quartal, zwei davon enttäuschten. Hinzu kam noch, dass der Düngemittelproduzent K+S seine Jahresprognose einkassierte und auch die für 2014 gefährdet sieht. Für zusätzlichen Druck sorgte eine sektorweit belastende Gewinnwarnung vom MDax-Unternehmen Salzgitter.

Die K+S-Aktien brachen am Dax-Ende um weitere 8,14 Prozent ein. Marktturbulenzen infolge des Ausstiegs von Uralkali aus einer Kali-Vertriebsallianz in Russland hatten die Papiere seit Ende Juli so schwer unter Druck gebracht, dass der Konzern seine Jahresziele eigenen Angaben zufolge nicht mehr erreichen kann. Inzwischen ist der Verbleib der Aktie im Dax stark gefährdet.

Die Titel von Munich Re waren nach einem Gewinnrückgang infolge der Flutkatastrophe in Europa zweitschwächster Indexwert mit einem Minus von 5,40 Prozent. Lanxess-Papiere verzeichneten nach gesenkten Ertragszielen Kursverluste von etwas mehr als vier Prozent.

Solide Geschäftsberichte legten dagegen die Deutsche Post und der Pharmakonzern Merck KGaA vor. Nachdem die Merck-Aktien jedoch an diesem Tag ein Rekordhoch bei 128,50 Euro markiert hatten, entschieden sich viele Anleger dafür, Gewinne einzustreichen. Das Papier büßte 2,26 Prozent auf 123,25 Euro ein. Die Aktien des Logistikers, die zeitweise um fast fünf Prozent gestiegen waren, schlossen mit einem Plus von 0,12 Prozent kaum verändert.

Europaweit gaben die Börsen ebenfalls nach: Der EuroStoxx 50 schloss bei 2790,78 Punkten und damit um 0,65 Prozent tiefer. Die Börsen in Paris und London sanken ebenfalls. In den USA verlor der Leitindex Dow Jones Industrial zum europäischen Handelsschluss 0,6 Prozent und auch die Nasdaq-Börsen zeigten sich schwächer.

Am deutschen Rentenmarkt stieg die Umlaufrendite börsennotierter Bundeswertpapiere von 1,36 Prozent am Vortag auf 1,41 Prozent. Der Rentenindex Rex fiel um 0,31 Prozentpunkte auf 133,38 Punkte. Der Bund Future verlor 0,15 Prozent auf 142,05 Punkte. Der Kurs des Euro stieg. Die Europäische Zentralbank (EZB) setzte den Referenzkurs auf 1,3280 (Montag: 1,3257) Dollar fest. Der Dollar kostete damit 0,7530 (0,7543) Euro.