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Dax gewinnt: Börsianer warten auf US-Notenbank

Die Börsianer in Frankfurt haben sich vor der erwarteten wegweisenden Entscheidung der US-Notenbank Fed am Mittwoch gut gelaunt gezeigt.

Der Dax baute seine Vortagesgewinne aus und gewann bis zum Nachmittag 0,65 Prozent auf 9127,35 Punkte. Dabei bewegte er sich seit dem Vormittag allerdings kaum mehr vom Fleck.

Zu den wenigen Verlierern zählte die Deutsche Bank, die einen Quartalsverlust vermelden musste. Die seit Wochen bestehenden Konjunktursorgen spielten zunächst keine große Rolle mehr.

Die Fed dürfte am Abend nach Börsenschluss in Europa ihr milliardenschweres Anleihekaufprogramm zur Stützung der Konjunktur einstellen - darin sind sich Experten weitgehend einig.

Allerdings sind Änderungen an ihrem Zinsversprechen durchaus möglich. Bisher hatte die Fed auch nach dem Ende der Anleihekäufe die Fortsetzung der Niedrigzinspolitik für einen beträchtlichen Zeitraum angekündigt.

Kurzfristige Warnsignale seien nach dem starken Vortag zunächst vom Tisch, sagte Helaba-Analyst Christian Schmidt. Der deutsche Leitindex hatte mit kräftigen Zuwächsen seine Wochenbilanz aufgebessert.

Jedoch könne sich dies gerade mit Blick auf die anstehende Fed-Entscheidung schnell wieder ändern, erklärte Schmidt weiter. «Insgesamt kann aber festgestellt werden, dass die bisher recht positiv verlaufene US-Quartalsberichtssaison den Risikoappetit der Anleger wieder etwas größer werden ließ.»

Der MDax der mittelgroßen börsennotierten Unternehmen lag am Mittwochmittag mit 1,02 Prozent im Plus bei 15 796,22 Punkten. Der TecDax der Technologiewerte gewann 1,15 Prozent auf 1218,54 Punkte.

Die Deutsche Bank stand mit ihrem Quartalsbericht im Fokus. Zahlreiche Rechtsstreitigkeiten belasten den deutschen Branchenprimus weiter schwer. Um die Probleme in den Griff zu bekommen, beschloss der Aufsichtsrat am Dienstagabend einen Umbau des Vorstands. An der Börse ging es für die Aktien um gut 1,29 Prozent nach unten.

Deutlich aufwärts ging es dagegen für die Papiere von Tui und Dialog Semiconductor. Mit etwa plus 4,5 und 8,5 Prozent sprangen sie auf den höchsten Stand seit Juli. Die Aktionäre von Europas größtem Reisekonzern Tui und seiner selbstständigen britischen Veranstaltertochter Tui Travel hatten am Dienstag mit großer Mehrheit der Verschmelzung beider Unternehmen zugestimmt. Der Halbleiterhersteller Dialog, der als Apple-Zulieferer gilt, reitet derweil weiter auf der Erfolgswelle der Smartphones mit.

Am Rentenmarkt verharrte die Umlaufrendite börsennotierter Bundeswertpapiere auf 0,72 Prozent. Der Rentenindex Rex stieg um 0,01 Prozent auf 137,77 Punkte. Der Bund-Future büßte 0,01 Prozent ein auf 150,45 Punkte. Der Kurs des Euro fiel. Die Europäische Zentralbank (EZB) setzte den Referenzkurs auf 1,2737 (Dienstag: 1,2748) Dollar fest. Der Dollar kostete damit 0,7851 (0,7844) Euro.