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Dax knackt erstmals 9000 Punkte

Der Dax ist am Freitag erstmals in seiner 25-jährigen Geschichte über die Marke von 9000 Punkten geklettert. Kurz danach setzte er mit 9010,65 Zählern eine neue Bestmarke. Zuletzt verzeichnete der deutsche Leitindex wieder ein Plus von 0,15 Prozent bei 8990 Punkten.

Der MDax fiel hingegen um 0,15 Prozent auf 15 822 Punkte, der TecDax trat mit einem Minus von 0,01 Prozent bei 1120 Punkten nahezu auf der Stelle. Der EuroStoxx 50 als Leitindex der Eurozone lag im Minus mit 0,13 Prozent bei 3035 Punkten.

«Die Börsenampeln stehen auf grün», sagte Analyst Stefan de Schutter von Alpha Wertpapierhandel. Seit Monaten befindet sich der deutsche Aktienmarkt im Höhenflug - seit Jahresanfang beläuft sich das Plus beim deutschen Leitindex auf 18 Prozent. Seit Anfang 2012 ging es sogar mehr als 50 Prozent nach oben. Noch mehr zulegen konnte der MDax.

Der Dax hatte sich im Tagesverlauf in einem ruhigen Handel nach und nach an die symbolische Marke herangetastet - und ließ sich dabei auch von einem schwächer als erwartet ausgefallenen Ifo-Geschäftsklimaindex nur kurz aus dem Takt bringen.

Mit dem Sprung über die 9000 Punkte war seit Tagen gerechnet worden, nachdem der US-Arbeitsmarktbericht am Dienstag schlechter als erwartet ausgefallen war. Dies schürte die Hoffnung, dass die US-Notenbank Fed ihre ultralockere Geldpolitik noch länger beibehalten wird, um die Konjunktur auf Trab zu bringen.

Aktien von BASF setzten sich mit plus anderthalb Prozent in der Dax-Spitzengruppe fest. Der weltgrößte Chemiekonzern verdiente im dritten Quartal dank eines Sondereffektes mehr als ein Jahr zuvor. Hauptgrund waren geringere Belastungen aus der Bewertung von Aktienoptionen für Manager.

Händler waren sich zunächst uneins über die Zahlen auch des operativen Geschäfts - Analysten sprachen aber von soliden Ergebnissen bei den Ludwigshafenern. Besser als die Papiere von BASF lagen nur noch SAP-Titel mit mehr als anderthalb Prozent plus.

Am Dax-Ende fanden sich Lufthansa mit einem Minus von zweieinhalb Prozent. Einem Medienbericht zufolge hätten chinesische Wissenschaftler vor dem Risiko eines erneuten Ausbruchs einer Vogelgrippewelle gewarnt, sagte ein Händler. Das setze den gesamten Luftfahrtsektor unter Druck.

Papiere von ElringKlinger gerieten mit einem Minus von fast neun Prozent am MDax-Ende kräftig unter Druck. Zwar konnte der Autozulieferer dem Abwärtstrend auf Europas Automärkten dank guter Geschäfte in Asien und Nordamerika weiter entfliehen. Händler äußerten sich aber enttäuscht vom Ausblick - die Baden-Württemberger hatten vor weiteren negativen Wechselkurseffekten gewarnt. Die Software AG hob die Laune ihrer Aktionäre mit einem geplanten Aktienrückkauf - die Titel stiegen an der TecDax-Spitze um fast sechs Prozent.

Am deutschen Rentenmarkt verharrte die durchschnittliche Umlaufrendite börsennotierter Bundeswertpapiere bei 1,45 Prozent. Der Rentenindex Rex fiel um 0,04 Prozent auf 133,61 Punkte. Der Bund-Future legte um 0,15 Prozent auf 140,95 Punkte zu. Der Kurs des Euro fiel wieder unter die Marke von 1,38 Dollar und notierte zuletzt bei 1,3785 Dollar. Die Europäische Zentralbank (EZB) hatte den Referenzkurs auf 1,3777 (Donnerstag: 1,3805) Dollar festgesetzt. Der Dollar kostete damit 0,7259 (0,7244) Euro.