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Dax nach Jahrestief leicht im Minus

Der Dax hat sich am Dienstag nach einem Rutsch auf den tiefsten Stand des Jahres mit einem kleinen Minus aus dem Handel verabschiedet. Der deutsche Leitindex schloss nach einem wechselhaften Verlauf 0,35 Prozent tiefer bei 9450,40 Punkten.

Am Morgen war das Börsenbarometer noch bis auf 9325 Punkte abgesackt. Der Index der mittelgroßen Werte MDax fiel am Dienstag um 0,37 Prozent auf 18 904,49 Punkte und der Technologiewerte-Index TecDax gab um 0,11 Prozent auf 1713,75 Zähler nach.

Die optimistischen Anleger hofften nach den jüngsten Verlusten nun auf eine Bodenbildung im Dax, sagte Analyst Andreas Paciorek vom Broker CMC Markets. Allerdings wollten sie sich angesichts im Wochenverlauf noch anstehender, wichtiger Konjunkturdaten nicht so recht aus der Deckung wagen. Durchaus positiv wurden am Dienstag indes Wirtschaftsdaten aus der Eurozone aufgenommen. Hier hatte sich die Wirtschaftsstimmung im September überraschend weiter aufgehellt.

Die wegen des Abgas-Skandals arg gebeutelte Vorzugsaktie von Volkswagen gab weiter nach: Sie schloss 4,13 Prozent tiefer mit 95,20 Euro. Vor dem Hochkochen der Affäre hatte das Papier noch 162,40 Euro gekostet. Die im Sog der Affäre ebenfalls unter Druck geratenen Papiere der Konkurrenten Daimler und BMW fielen hingegen nur moderat.

Für die Anteilsscheine des Zulieferers Continental ging es hingegen nach einer positiven Studie der Investmentbank Goldman Sachs um zweieinhalb Prozent nach oben. Analyst Stefan Burgstaller sieht Zulieferer als möglicherweise größte Profiteure der «Dieselgate» genannten Affäre - wenn etwa die Autobauer künftig effektivere Abgasreinungsanlagen in ihre Fahrzeuge einbauen müssen.

Noch besser lief es für die angeschlagene RWE-Aktie, die an der Dax-Spitze um fast 6 Prozent anzog. Ein Börsianer bezeichnete Aussagen des nordrhein-westfälischen CDU-Oppositionsführers Armin Laschet in der «Westdeutschen Allgemeinen Zeitung» als «zarten Hoffnungsschimmer». Die WAZ titelte: «Laschet bringt Staatshilfe für RWE ins Gespräch». RWE bleibt allerdings mit einem Minus von mehr als 60 Prozent schwächster Dax-Wert des Jahres.

Die Aktien der Deutschen Post profitierten mit einem Plus von rund 3 Prozent von Spekulationen um eine Erhöhung des Briefportos im kommenden Jahr.

Im TecDax schoss der Aktienkurs von SMA Solar nach einer Erhöhung der Jahresziele des Herstellers von Solar-Wechselrichtern um fast 24 Prozent nach oben. Damit waren die Papiere klarer Spitzenreiter im Technologiewerteindex. Im bisherigen Jahresverlauf hat sich der Börsenwert von SMA somit bereits deutlich mehr als verdoppelt, nachdem das Management mit Stellenstreichungen auf die zwischenzeitlich schwache Nachfrage reagiert hatte. «Die Gesellschaft hat anscheinend den Turnaround geschafft», kommentierte Aktienhändler Andreas Lipkow vom Vermögensverwalter Kliegel & Hafner.

Am europäischen Aktienmarkt büßte der Eurozonen-Leitindex EuroStoxx 50 0,32 Prozent auf 3029,86 Punkte ein. In Paris fiel der Leitindex Cac 40 ebenfalls moderat, während der Londoner FTSE 100 etwas deutlicher nachgab. An der Wall Street kam der Dow Jones Industrial bis zum europäischen Handelsschluss unter dem Strich kaum vom Fleck.

Am deutschen Rentenmarkt fiel die Umlaufrendite börsennotierter Bundeswertpapiere von 0,46 Prozent am Vortag auf 0,44 Prozent. Der Rentenindex Rex stieg um 0,08 Prozent auf 139,64 Punkte. Der Bund-Future gewann 0,01 Prozent auf 156,28 Zähler. Der Kurs des Euro stieg auf 1,1252 US-Dollar. Die Europäische Zentralbank (EZB) hatte den Referenzkurs auf 1,1204 (Montag: 1,1170) US-Dollar festgesetzt.