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Dax weiter erholt im vorsichtigen Handel

Der Dax hat sich weiter erholt. Der Leitindex schloss 0,34 Prozent höher bei 11 211,85 Punkten. Anleger hätten ihre Angst vor negativen Nachrichten aus der US-Zinsentscheidung abgelegt und seien vorsichtig in den Markt eingestiegen, sagte Marktexperte Robert Halver von der Baader Bank.

Angesichts der schleppenden Entwicklung Chinas und der Deflationstendenzen durch fallende Rohstoffpreise müsse man vor der Zinswende noch keine Angst haben. Der MDax der mittelgroßen Werte legte um 0,81 Prozent auf 20 545,58 Zähler zu. Der Technologiewerte-Index TecDax trat bei 1769,48 Punkten nur auf der Stelle.

Aus Sicht von Analyst Andreas Paciorek vom Wertpapierhändler CMC Markets war der Handel dennoch geprägt von einer Vorsicht angesichts der bevorstehenden Aussagen der Federal Reserve. Die US-Notenbanker könnten Hinweise zum weiteren geldpolitischen Fahrplan der USA geben. Die Geschäftsergebnisse seien gemischt ausgefallen, auch sie gäben aber keinen Grund für eine vorsichtigere Haltung.

Insbesondere das Dax-Schwergewicht Bayer begeisterte die Anleger mit einem überraschend hohen Umsatz und dem guten Ergebnis im zweiten Quartal. Die Aktie des Pharma- und Chemiekonzerns sprang an der Indexspitze um 3,93 Prozent auf 135 Euro nach oben. Bayer-Chef Marijn Dekkers bekräftigte nach den deutlichen Zuwächsen im zweiten Quartal die Konzernprognosen. Auch von Analystenseite gab es viel Lob.

Die Vorzugsaktien von Volkswagen rutschten dagegen nach der Vorlage der Quartalszahlen des Autobauers um 2,33 Prozent ab. Die Wolfsburger mussten bei ihrer Absatzprognose etwas zurückrudern. Die Verkaufsschwäche dem chinesischen Markt beunruhigt die Anleger. Linde-Aktien verloren knapp 2 Prozent. Wegen eines schwächeren Geschäfts im Anlagenbau wurde die Umsatzerwartung für das Gesamtjahr reduziert.

Die Papiere von Heidelbergcement brachen um 6,32 Prozent auf 66,40 Euro ein - damit waren die Aktien Schlusslicht im deutschen Leitindex. Der Baustoffkonzern will seinen italienischen Konkurrenten Italcementi übernehmen. Als Kursbelastung sah ein Händler die teilweise Finanzierung der Transaktion über eine Kapitalerhöhung.

Die europäischen Börsen erholten sich ebenfalls weiter. Der Eurozonen-Leitindex EuroStoxx 50 gewann 0,60 Prozent auf 3575,53 Punkte. Auch der Pariser CAC 40 und der FTSE-100 in London schlossen im Plus. In New York stand der Dow Jones Industrial zum Handelsschluss in Europa mehr als ein halbes Prozent höher.

Am deutschen Rentenmarkt sank die Umlaufrendite börsennotierter Bundeswertpapiere auf 0,53 (Vortag: 0,55) Prozent. Der Rentenindex Rex stieg um 0,05 Prozent auf 139,01 Punkte. Der Bund-Future verlor 0,13 Prozent auf 153,55 Zähler. Der Kurs des Euro veränderte sich kaum: Die Europäische Zentralbank (EZB) setzte den Referenzkurs auf 1,1030 (1,1025) US-Dollar fest. Der Dollar kostete damit 0,9066 (0,9070) Euro.