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Dax zeitweise über 10 000-Punkte-Marke

Der Dax hat erstmals seit Juli wieder die Marke von 10 000 Punkten übersprungen. Im Laufe des Dienstags gab der deutsche Leitindex aber wieder nach.

Am Nachmittag stand das Börsenbarometer praktisch unverändert zum Vortagesschluss bei 9963,72 Punkten. Der MDax mittelgroßer Unternehmen stieg zuletzt um 0,17 Prozent auf 17 032,32 Punkte. Für den Technologiewerte-Index TecDax ging es um 0,59 Prozent auf 1337,97 Punkte abwärts. Der EuroStoxx 50 als Leitindex der Eurozone rückte um 0,39 Prozent vor.

Experte Franz-Georg Wenner vom Börsenstatistik-Magazin Index-Radar hält einen Rücksetzer nach dem zuletzt starken Lauf der Börsen für wahrscheinlicher als neue Rekorde. Größere Rückschläge werde es zumindest vorerst aber wohl nicht geben. Das sieht auch Marktexperte Gregor Kuhn vom Broker IG so: Nach wie vor würden selbst überschaubare Kursrückgänge für den Einstieg genutzt.

Unter den Einzelwerten standen SMA Solar im Blick, nachdem das Unternehmen Montagabend erneut seine Prognose für dieses Jahr kassiert hatte. Die Papiere des Solarunternehmens brachen um rund 19 Prozent ein. Seit dem Jahreshoch im März hat sich der Kurs mittlerweile mehr als halbiert. Für das laufende Geschäftsjahr rechnet das TecDax-Unternehmen nur noch mit einem Umsatz von 775 Millionen Euro bis 790 Millionen Euro und einem Verlust von bis zu 115 Millionen Euro. Seit dem Sommer hatte SMA noch bestenfalls eine schwarze Null erwartet.

Salzgitter-Aktien fielen nach dem Aus für das South-Stream-Gasprojekt um 7,65 Prozent und waren damit einsames Schlusslicht im MDax. Russland will die Erdgasleitung South Stream zur Versorgung Südeuropas nun doch nicht bauen. Das Projekt sei durch die «Blockadehaltung» der EU sinnlos geworden, sagte Kremlchef Wladimir Putin am Montag in Ankara. Da die zum Stahlkonzern Salzgitter gehörende Europipe einen Auftrag für das Projekt gewonnen habe, trübe die Nachricht die Stimmung der Anleger, sagte ein Händler. Allerdings sollte nicht vergessen werden, dass - je nach Vertragsinhalt - Schadenersatzzahlungen möglich seien.

Im Anlegerfokus standen auch einige von außerplanmäßigen Indexveränderungen betroffene Aktien. Wie die Deutsche Börse am Vorabend mitteilte, muss Sky Deutschland den MDax verlassen, weil der Streubesitz wegen der Übernahme durch die britische Sky mittlerweile zu gering ist. Jungheinrich steigt dafür in den Index für mittelgroße Werte auf. Die Papiere des Gabelstapler-Herstellers gewannen 1,81 Prozent.

Am Rentenmarkt stieg die Umlaufrendite börsennotierter Bundeswertpapiere auf 0,60 (Vortag: 0,60) Prozent. Der Rentenindex Rex fiel um 0,12 Prozent auf 138,16 Punkte. Der Bund-Future stieg um 0,11 Prozent auf 152,38 Punkte. Der Kurs des Euro fiel. Die Europäische Zentralbank (EZB) setzte den Referenzkurs auf 1,2424 ( Montag: 1,2469) Dollar fest. Der Dollar kostete damit 0,8049 (0,8020) Euro.