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De Maizière rät zu nüchternem Umgang mit der Türkei

De Maizière rät zu nüchternem Umgang mit der Türkei
De Maizière rät zu nüchternem Umgang mit der Türkei
Kay Nietfeld

Bundesinnenminister Thomas de Maizière rät angesichts der jüngsten Spannungen zwischen Deutschland und der Türkei zu einem besonnenen Umgang mit der Regierung in Ankara.

«Die Türkei ist Nato-Mitglied und für uns ein wichtiger Partner in der Flüchtlingskrise und im Kampf gegen den internationalen Terrorismus», sagte der CDU-Politiker der «Bild am Sonntag». «Im Umgang mit unseren Partnern müssen wir nüchtern analysieren und dürfen nicht naiv sein.»

Gleichzeitig müsse der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan akzeptieren, dass die Bundesregierung die Verantwortung für alle Menschen in Deutschland trage, also auch für türkische Staatsbürger. Der Versuch der Einflussnahme auf sie sei zurückzuweisen, sagte de Maizière. «Und ich möchte nicht, dass die Konflikte der Türkei auf Deutschlands Straßen ausgetragen werden.» Allerdings gelte im Umfang mit Erdogan auch: «Wir müssen und können es als freies Land aushalten, wenn er hier Reden hält.»

Zur politisch heiklen Einschätzung aus seinem Ministerium, die Türkei sei eine «zentrale Aktionsplattform» für Islamisten, sagte der Innenminister: «Was in den Medien über den Bericht steht, ist ein kleiner Ausschnitt der aktuellen Lage im Land. Und die ist eben kompliziert.» Viele Maßnahmen Ankaras nach dem Putschversuch des Militärs seien unverhältnismäßig gewesen, der Umgang mit Menschenrechten kritisch zu sehen. «Das sprechen wir gegenüber unseren Partnern auch an», sagte de Maizière.