Deutlich mehr Menschen erhalten Pflegeleistungen

Nach der Neudefinition der Pflegebedürftigkeit ist einem Medienbericht zufolge die Zahl der Menschen, die erstmals Geld oder Sachleistungen aus der Pflegeversicherung erhalten, stark gestiegen.

Deutlich mehr Menschen erhalten Pflegeleistungen
Fredrik von Erichsen Deutlich mehr Menschen erhalten Pflegeleistungen

Von Januar bis Juli dieses Jahres sprach der Medizinische Dienst der Krankenkassen 432.000 Versicherten erstmals einen der neuen fünf Pflegegrade zu, wie die „Rheinische Post” unter Berufung auf Daten des Dienstes berichtete. Im Vorjahreszeitraum war demnach bei 175.000 weniger Menschen erstmals eine Pflegebedürftigkeit anerkannt worden.

Zum 1. Januar war die zweite Stufe des Pflegestärkungsgesetzes II in Kraft getreten. Kern der Reform ist ein neuer Pflegebedürftigkeitsbegriff. Die bisherigen drei Pflegestufen wurden übergeleitet in fünf Pflegegrade, die eine genauere Einschätzung der Bedürftigkeit ermöglichen sollen.

CDU/CSU wollen dem steigenden Pflegebedarf mit einer „Konzertierten Aktion Pflege” begegnen. Möglichkeiten der Reha zur Erhaltung der Selbstständigkeit sollen stärker genutzt werden. Die SPD verspricht eine Familienarbeitszeit für Pflegende mit Lohnersatzleistung für bis zu drei Monate. Wenn Arbeitnehmer länger ihre Arbeitszeit für die Pflege verringern möchten, sollen sie ein Familiengeld für Pflege von 150 Euro monatlich bekommen.

Die Linke will das Pflegepersonal stark aufstocken – und sie möchte eine Pflegevollversicherung, die alle pflegebedingten Leistungen umfasst, ohne Eigenanteile. Die Grünen wollen bessere Bezahlung für Pflegende – und plädieren statt für weitere Großeinrichtungen für mehr ambulante Wohn- und Pflegeformen. Die FDP will den Pflegeberuf attraktiver machen, die gemeinsame Ausbildung der Pflegenden verschiedener Richtungen stärken und Bürokratie in der Pflege abbauen. Die AfD fordert einen Mindestschlüssel für Pflegepersonal.