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Deutsche Aktien gewinnen dank Konjunkturdaten und Bilanzen

Der deutsche Aktienmarkt hat am Dienstag weiter zugelegt. Positive Vorgaben, Kursgewinne bei Versorgern und gute Konjunkturdaten hievten den Dax zeitweise auf den höchsten Stand seit Ende Mai. Am Nachmittag standen plus 0,67 Prozent auf 8416 Punkte zu Buche.

Für den MDax ging es um 0,40 Prozent auf 14778 Punkte hoch, der TecDax gewann 0,28 Prozent auf 1030 Punkte. Als Leitindex der Eurozone legte der EuroStoxx 50 um 0,39 Prozent zu.

Die gute Stimmung schwappte schon am Morgen aus Asien über, sagte Analyst Michael Hewson von CMC Markets. Auch die für den Broker «beeindruckenden» ZEW-Konjunkturerwartungen wirkten positiv. In Deutschland hellte sich die Stimmung der Finanzexperten im August überraschend stark auf.

Das ZEW sehe Anzeichen einer endenden Rezession in wichtigen Ländern der Eurozone, hob Hewson hervor. In den USA ist der Einzelhandelsumsatz indes geringer als erwartet gestiegen, was die Börsen aber nicht bewegte.

Untermauert wird die freundliche Stimmung laut Händlern auch von den Quartalsberichten deutscher Konzerne. Beim Versorger Eon reagierten die Aktien mit einem Kursplus von mehr fast drei Prozent auf die Bilanzvorlage. Der Gewinn des größten deutschen Energiekonzerns ist im ersten Halbjahr zwar deutlich gesunken, lag damit aber im Rahmen der Analystenerwartungen.

RWE-Titel profitierten an der Dax-Spitze mit plus 3,25 Prozent nicht nur von den Eon-Zahlen. Dem Händler zufolge stützt auch ein Bericht über eine Verdoppelung des Sparprogramms. Zu den Favoriten zählten ebenfalls die konjunktursensiblen Chemiewerte. BASF-Titel und Lanxess-Aktien verteuerten sich um jeweils rund drei Prozent.

Die Papiere von K+S bröckelten dagegen um 0,73 Prozent ab. Der Düngemittel- und Salzproduzent blieb mit seinen Kennzahlen im Rahmen der Analystenprognosen. Experten erwarten allerdings anhaltende Gewinnrisiken. K+S bestätigte seine gekappte Prognose für 2013 und sieht die Ausbaupläne in Kanada im Plan. Auch Finanztitel zählten zu den Verlierern mit einem Minus von 0,81 Prozent bei Titeln der Commerzbank und 0,42 Prozent beim Versicherer Allianz. Tagesverlierer im Dax waren aber ThyssenKrupp-Aktien mit minus 1,87 Prozent. Börsianer sorgen sich um den geplanten Verkauf des verlustreichen Stahlwerks in Brasilien. Zudem stehen Zahlen an.

Im MDax feierten Leoni-Aktien eine erhöhte Umsatzprognose des Kabelspezialisten und Autozulieferers mit einem Plus von 5,04 Prozent. Analyst Tim Schuldt von Equinet sieht seine positive Einschätzung untermauert und erachtet Leoni als eine attraktive Investitionsmöglichkeit. Aurubis-Papiere steckten den gemeldeten Gewinneinbruch im Verlauf sehr gut weg und kletterten nach anfänglichen Verlusten mit 3,08 Prozent ins Plus.

Am Rentenmarkt stieg Umlaufrendite börsennotierter Bundeswertpapiere auf 1,46 (Montag: 1,41) Prozent. Der Rentenindex Rex fiel um 0,09 Prozent auf 133,32 Punkte. Der Bund Future verlor 0,58 Prozent auf 141,24 Punkte. Der Euro stieg. Die Europäische Zentralbank (EZB) setzte den Referenzkurs auf 1,3290 (1,3280) US-Dollar. Der Dollar kostete damit 0,7524 (0,7530) Euro.