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Deutsche Aktien treten auf der Stelle

Die deutschen Aktienindizes sind am Mittwoch erneut im lustlosen Handel zwischen Gewinnen und Verlusten gependelt. Der Dax stand am Nachmittag prozentual unverändert bei 8665 Punkten. Seit Ende der Vorwoche tritt der Leitindex auf der Stelle, wobei andere Börsen einen etwas schwächeren Trend vorgeben.

Der MDax mittelgroßer Werte legte zur Wochenmitte 0,09 Prozent auf 14 995 Punkte zu, der TecDax stieg um 0,47 Prozent auf 1077 Punkte. Der EuroStoxx 50 stand zuletzt mit 0,07 Prozent im Minus.

Die mangelnden Fortschritte im Haushaltsstreit in den USA vor der Deadline am 1. Oktober drückten auf die Stimmung, sagte Marktanalyst Craig Erlam von Alpari in London. Den Devisenexperten der Commerzbank zufolge spielt das an den Märkten bisher aber genauso wenig eine Rolle wie der Ausgang der Wahl in Deutschland. Auch die ersten Konjunkturdaten aus den USA gaben dem Markt keine neuen Impulse. Der Auftragseingang für langlebige Güter im August in den USA dürfte laut Analyst Johannes Jander von der Helaba die Sorgen vor Bremsmaßnahmen der Fed nicht verstärken.

ThyssenKrupp-Aktien sprangen mit plus 4,40 Prozent auf 17,27 Euro an die Dax-Spitze. Der Großinvestor Cevian Capital hat 5,2 Prozent an dem angeschlagenen Industriekonzern erworben. Ein Händler sagte: «Der Markt freut sich, dass der vom Ruf her gute und aktive Investor bei ThyssenKrupp einsteigt und offenbar eine Werthaltigkeit sieht.» Schon bei Bilfinger und Demag habe Cevian erfolgreich agiert.

Die Papiere von K+S mussten dagegen einen weiteren Abschlag von 1,48 Prozent hinnehmen, stabilisierten sich aber im Verlauf spürbar. Laut Händlern wirkt eine skeptische Studie von Bernstein vom Vortag nach, die Hoffnungen auf eine Erholung der Düngemittelpreise erstickt.

Das Risiko steht für Analyst Jeremy Redenius auf der Kippe zum Negativszenario mit einem Aktienwert von 7 Euro. Ein Börsianer interpretierte zudem das Investment der chinesischen Chengdong Investment Corp. (CIC) bei Uralkali negativ. Dies spreche nicht für eine Wiederbelebung des russisch-weißrussischen Kali-Kartells.

Tagesverlierer im Dax waren Commerzbank-Aktien, die einem Händler zufolge unter zurückhaltenden Kommentaren von Chef Martin Blessing vor einer Investorenkonferenz in London litten. Bis zum Jahresende dürften keine Beteiligungsverkäufe mehr anstehen, was negativ sei.

Im MDax sorgen Analystenstudien bei sonst dünner Nachrichtenlage für Bewegung. Tagesgewinner waren die Anteile an Wacker Chemie mit plus 2,83 Prozent. Sie profitierten von einer Empfehlung der UBS. Hochtief-Aktien gewannen angetrieben von einer Kurszielerhöhung der Societe Generale 1,21 Prozent. PSI-Papiere bremsten im TecDax ihre Talfahrt vom Vortag in Reaktion auf eine gestrichene Prognose des Softwareherstellers und bröckelten zuletzt nur noch um 0,99 Prozent ab. SMA Solar-Aktien fanden sich am Nachmittag mit minus 1,18 Prozent am Indexende wieder. Bester Wert in dem Technologie-Auswahlindex waren dagegen Cancom-Titel mit plus 3,47 Prozent.

Am deutschen Rentenmarkt fiel die durchschnittliche Umlaufrendite börsennotierter Bundeswertpapiere auf 1,47 Prozent (Dienstag: 1,50 Prozent). Der Rentenindex Rex stieg um 0,06 Prozent auf 133,33 Punkte. Der Bund-Future verlor 0,09 Prozent auf 139,60 Punkte. Der Euro erholte sich etwas. Die Europäische Zentralbank (EZB) setzte den Referenzkurs auf 1,3504 (1,3473) US-Dollar fest. Der Dollar kostete damit 0,7405 (0,7422) Euro.