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Deutsche Bank legt vorzeitig Quartalszahlen vor

Deutsche Bank legt vorzeitig Quartalszahlen vor
Deutsche Bank legt vorzeitig Quartalszahlen vor
Arne Dedert

Die Deutsche Bank legt heute vorzeitig ihre Zahlen für das erste Quartal vor. Der Dax-Konzern hat bereits erklärt, dass in den drei Monaten für Rechtsstreitigkeiten weitere rund 1,5 Milliarden Euro zurückgelegt wurden.

Trotz dieser Kosten werde die Deutsche Bank im Zeitraum Januar bis Ende März 2015 einen Gewinn ausweisen. Die Erträge lägen annähernd auf Rekordniveau, hieß es in einer knappen Mitteilung der Bank vom Mittwochabend.

Fragen zu den Geschäftsergebnissen will das Management am Montag beantworten. Dann wird der Vorstand in Frankfurt auch den am Freitag festgelegten Kurswechsel eingehender erklären: Nach monatelangen Debatten hatten Aufsichtsrat und Vorstand beschlossen, dass die Deutsche Bank ihre Mehrheit an der Postbank aufgibt.

«Der Aufsichtsrat hat heute einstimmig beschlossen, den vom Vorstand unterbreiteten Vorschlag zu unterstützen», erklärte die Bank in einer knappen Mitteilung. Möglich ist nach Angaben eines Sprechers ein Komplettverkauf der Postbank oder der Verkauf von Aktienpaketen über die Börse. In jedem Fall will die Deutsche Bank ihren Anteil an der Bonner Tochter von 94,1 Prozent mindestens unter 50 Prozent senken. Der Entscheidung des Aufsichtsrates vom späten Freitagabend waren monatelangen Diskussionen vorangegangen.

Einschnitte soll es auch im Investmentbanking geben. Der Konzern kündigte zudem an, Auslandsaktivitäten stärker zu konzentrieren. Details dazu will Deutschlands größtes Geldhaus an diesem Montag (27.4./10.30 Uhr) nennen. Dann werden die Co-Chefs Jürgen Fitschen und Anshu Jain sowie Strategievorstand Stefan Krause in einer Pressekonferenz in Frankfurt Rede und Antwort stehen.

Vor einer zwischenzeitlich diskutierten kompletten Abspaltung des Privatkundengeschäfts schreckte das Management zurück. Stattdessen kündigte das Institut nun an, in das Privatkundengeschäft unter der Marke Deutsche Bank zu investieren.

«Mit dieser Entscheidung hält der Vorstand der Deutschen Bank am Modell einer Universalbank mit einem starken Heimatmarkt in Deutschland fest», lobte die Gewerkschaft Verdi, die vor allem bei der Postbank stark organisiert ist und deren Chef Frank Bsirske im Deutsche-Bank-Kontrollgremium mitentscheidet. «Der Postbank wird mit dem Börsengang zugleich eine neue Wachstumsperspektive erschlossen.»

Die Deutsche Bank reagiert mit ihrer neuen Strategie auf die immer strengeren Anforderungen der Aufseher zum Beispiel in Sachen Kapitalausstattung und den Druck der niedrigen Zinsen auf die Erträge. Zudem hofft das Management, dass eine geschrumpfte Universalbank wieder dauerhaft profitabler sein kann.

Bei der Postbank war die Deutsche Bank mitten in der Finanzkrise im September 2008 mit knapp 30 Prozent als größter Einzelaktionär eingestiegen. Gut zwei Jahre später sicherte sich Deutschlands größtes Geldhaus die Mehrheit an dem Bonner Institut.