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Deutscher Aktienmarkt bleibt orientierungslos

Die Woche im deutschen Aktienmarkt scheint so zu enden, wie sie verlaufen ist: ohne klare Richtung. Zu den Werten, die einen eindeutigen Kurs einschlugen, gehörte RWE - bei dem Versorger geht es seit drei Tagen abwärts.

Auch heute hat der deutsche Aktienmarkt keine klare Richtung gefunden. Der Dax blieb auf seinem Zickzack-Kurs. Zuletzt notierte der deutsche Leitindex 0,16 Prozent tiefer bei 9233,30 Punkten. Damit deutet sich auf Wochenbasis ein Minus von mehr als einem halben Prozent an.

«Der Dax hat den November-Blues. Anders kann man es kaum bezeichnen, was der Index seit einigen Tagen vollzieht. Denn die US-Märkte hatten die Vorlage für einen Anstieg Richtung 9500 Punkte gegeben», kommentierte Marktbeobachterin Sarah Brylewski vom Brokerhaus Ayondo.

Aktuelle Wachstumsdaten aus der Eurozone machten aktuell eine Richtungsentscheidung schwer. So ist Deutschland im Sommer nur knapp an einer neuen Rezession vorbeigeschrammt. Dagegen ist Frankreichs Wirtschaft überraschend gut in Schwung gekommen.

Der TecDax der Technologietitel sank um 0,19 Prozent auf 1269,36 Punkte. Der MDax, in dem mittelgroße Unternehmen enthalten sind, stieg hingegen um 0,19 Prozent auf 16 253,27 Punkte.

Aktien des Pharma- und Chemiekonzerns Merck KGaA sprangen zeitweise auf ein neues Rekordhoch, konnten dies jedoch nach den starken Gewinnen vom Vortag nicht lange halten. Zuletzt stagnierten sie bei 74,69 Euro. An der Dax-Spitze lagen zuletzt Papiere von Adidas, die mit plus 1,49 Prozent auf den höchsten Stand seit Ende August kletterten.

RWE-Papiere sackten um weitere 2,27 Prozent ab. Die «Rheinische Post» spekulierte, dass der Versorger die Dividende mittelfristig senken könnte. In drei Tagen ging es bei RWE nun insgesamt um fast 9 Prozent abwärts, nachdem zuletzt bereits schwache Geschäftszahlen und Sorgen um den wackelnden Verkauf der Öl- und Gasfördertochter Dea die Aktie belastet hatten.

Salzgitter-Aktien stachen nach positiven Analystenstudien im MDax mit einem Zuwachs von knapp 10 Prozent heraus. James Gurry von der Schweizer Credit Suisse lobte die Optimierungsanstrengungen in den Geschäftsabläufen des Stahlkonzerns. Dies bringe Salzgitter im schwierigen Umfeld voran.

Airbus-Aktien zogen um 1,12 Prozent an. Der Luftfahrt- und Rüstungskonzern hat trotz rückläufiger Flugzeug-Auslieferungen im Sommer deutlich zugelegt.

Im TecDax bildeten Drillisch-Aktien mit 2,50 Prozent Minus das Schlusslicht. Der Mobilfunkanbieter legte Zahlen für das dritte Quartal vor und plant die Übernahme der Yourfone GmbH von Telefonica Deutschland samt 235 000 Kunden. Während die Geschäftsentwicklung am Markt Wohlgefallen fand, kritisierten Experten den geschätzten Kaufpreis für Yourfone als relativ hoch.

Am Rentenmarkt fiel die Umlaufrendite börsennotierter Bundeswertpapiere auf 0,65 (Vortag: 0,67) Prozent. Der Rentenindex Rex stieg um 0,26 Prozent auf 138,55 Punkte. Für den Bund Future ging es um 0,02 Prozent auf 151,71 Punkte nach oben. Der Kurs des Euro fiel. Die Europäische Zentralbank (EZB) setzte den Referenzkurs auf 1,2436 (Donnerstag: 1,2456) Dollar fest. Der Dollar kostete damit 0,8041 (0,8028) Euro.