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Deutscher Aktienmarkt ächzt unter Konjunktursorgen

Der deutsche Aktienmarkt bricht angesichts anhaltender Konjunktursorgen weiter ein. Der Dax sank bis zum Donnerstagmittag mit zwischenzeitlich 8354 Punkten auf den tiefsten Stand seit September 2013.

Zuletzt lag er mit 1,59 Prozent im Minus bei 8435,24 Zählern. Es ist die vierte Woche in Folge mit Verlusten.

«Die Stimmung an den Aktienmärkten hat sich inzwischen gewandelt», sagte ein Analyst. In der Vergangenheit hätten die Investoren Kursrückgänge für den Einstieg genutzt, das sei nun nicht mehr automatisch der Fall: «Die Frage ist: Was kommt jetzt?»

Der Dax unterschritt am Vormittag sowohl die Schwelle von 8500 als auch von 8400 Punkten. Das sogenannte Angstbarometer VDax deutet auf weitere extreme Tage an den Börsen hin. Die Anleger gehen mittlerweile davon aus, dass der Dax in den kommenden 30 Tagen um bis zu 750 Punkte oder fast 9 Prozent schwanken könnte.

Wie wackelig die Konjunktur in Europa ist, zeigen die aktuellen Daten: Die ohnehin kaum spürbare Inflation im Euroraum schwächte sich weiter ab, der Überschuss in der Leistungsbilanz sank im August. Mit Spannung wird nun auf US-Daten vom Immobilienmarkt, zur Industrieproduktion und zum Geschäftsklima in der Region Philadelphia gewartet.

Der MDax der mittelgroßen börsennotierten Firmen sank am Donnerstag um 2,10 Prozent auf 14 444,00 Punkte, der TecDax der Technologiefirmen verlor 2,34 Prozent auf 1094,13 Punkte. Ebenfalls steil abwärts ging es für den Eurozonen-Leitindex EuroStoxx 50.

Besonders schwach waren die Aktien der Commerzbank und der Deutschen Bank, die zwischen 4 und 5,5 Prozent einbüßten. Sie litten vor allem darunter, dass die ersten US-Branchenkollegen, die ihre Quartalsberichte vorgelegt hatten, den Markt mit diesen enttäuscht hatten. Nervös werde nun auf die in Kürze anstehenden Zahlen der Investmentbank Goldman Sachs gewartet, hieß es.

Die Papiere des Essener Versorgers RWE verloren wegen Sorgen über eine mögliche Blockade des Verkaufs der Tochter Dea durch Großbritannien. Sie gaben um 4 Prozent nach. Wie die «Financial Times» berichtet, droht der Verkauf der Öl- und Gasfördertochter nach Russland am Widerstand der britischen Regierung zu scheitern.

Im TecDax sackte der Kurs von Jenoptik um knapp 3 Prozent ab. Der Technologiekonzern blickt wegen schwächelnder Nachfrage und verschärfter Beschränkungen bei Rüstungsexporten pessimistischer in die Zukunft und passte seine Umsatz- sowie Gewinnziele an.