ABHÖRAFFÄRE BEI VOLKSWAGEN

DNA-Analyse bestätigt Identität von mutmaßlichem VW-Spitzel

In den Jahren 2017 und 2018 sind Gespräche einer Arbeitsgruppe bei VW mitgeschnitten worden, in denen der Umgang mit dem unliebsamen Zulieferer Prevent erörtert wurde. Der mutmaßliche Spitzel wurde tot in einem ausgebrannten Auto gefunden.
dpa
Volkswagen
Markenhochhaus auf dem Gelände des Volkswagen Werkes. Eine Spitzel-Affäre hat beim weltgrößten Autobauer Volkswagen lange für Unruhe gesorgt. Foto: Julian Stratenschulte/dpa
Braunschweig.

Nach dem Fund einer Leiche in einem brennenden Auto in Rottorf (Landkreis Helmstedt) steht fest, dass es sich um den mutmaßlichen konzerninternen Spitzel in der VW-Abhöraffäre handelt.

Die DNA-Analyse habe ergeben, dass es der Halter des Fahrzeugs sei, sagte Staatsanwältin Julia Meyer am Samstag. Zuvor hatten mehrere Medien darüber berichtet. Wie Meyer weiter sagte, deutet vieles auf einen Suizid hin, was aber nicht abschließend geklärt ist.

Die Braunschweiger Staatsanwaltschaft hatte Angang August mitgeteilt, dass sie auch den Umständen eines möglichen Brandanschlags auf das Haus des Mannes auf den Grund geht. Demnach soll das Gebäude in einer kleinen Ortschaft im Mai in Flammen gestanden haben und vollständig zerstört worden sein.

Bei der kürzlich bekanntgewordenen Abhöraktion ging es um vertrauliches Audiomaterial aus einer VW-Arbeitsgruppe. Bevor der Konzern im März 2018 alle Verträge mit dem Zulieferer Prevent kündigte, sollen Unternehmensvertreter länger über den künftigen Umgang mit der Firma beraten haben. Der jetzt tot aufgefundene ehemalige Volkswagen-Mitarbeiter soll diese Gespräche in den Jahren 2017 und 2018 heimlich mitgeschnitten haben – der Autobauer stellte daraufhin Strafanzeige. Prevent wiederum habe keine Kenntnis von den Mitschnitten gehabt, hatte ein Sprecher der Gruppe gesagt.

© dpa-infocom, dpa:200822-99-265325/2

Stadt. Land. Klassik! - Konzert in Braunschweig

zur Homepage