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Dopfer und Neureuther holen Slalom-Medaillen bei Ski-WM

Dopfer und Neureuther holen Slalom-Medaillen bei Ski-WM
Dopfer und Neureuther holen Slalom-Medaillen bei Ski-WM
John G. Mabanglo

Fritz Dopfer schüttelte nur ungläubig den Kopf, Felix Neureuther schaute beglückt in den Himmel - mit Silber und Bronze im WM-Slalom im letzten Rennen der Ski-WM hatte kaum noch jemand gerechnet.

28 Jahre nach Slalom-Gold für Frank Wörndl und Bronze für Armin Bittner standen wieder zwei Sportler des Deutschen Skiverbandes gemeinsam auf einem WM-Podium. Geschlagen wurden die beiden Alpin-Asse nur vom Franzosen Jean-Baptiste Grange, der sich als Fünfter des ersten Durchgangs überraschend noch zum Weltmeister kürte. Der führende Titelverteidiger Marcel Hirscher aus Österreich schied im Schneegestöber von Beaver Creek aus.

«Vor zwei Wochen hätte ich mir das nie vorstellen können, dass ich das erleben darf. Silber - das hätte ich mir nicht erträumen lassen», sagte Dopfer in der ARD. Als Sechster (Dopfer) und Siebter (Neureuther) des ersten Durchgangs brachten die beiden stärksten deutschen Skirennfahrer noch sensationelle Fahrten hinunter. Dazu kam die patzende Konkurrenz - als Titelverteidiger Hirscher auch noch ausschied waren die Medaillen Nummer zwei und drei für den DSV bei den Titelkämpfen in den Rocky Mountains perfekt. Auf den letzten Drücker hat der DSV seine Vorgabe damit noch erreicht.

Linus Strasser beendete seine ersten Weltmeisterschaften auf einem guten 10. Platz und durfte im Ziel zurecht mächtig jubeln. «Ich habe es geschafft, wie ich es mir vorgestellt habe, wollte voll auf Angriff fahren, das ist aufgegangen», sagte der 22-Jährige. Auch Philipp Schmid trug als 17. zu einer starken Ausbeute zum Abschluss der 43. Titelkämpfe bei.

Noch im ersten Durchgang waren die Medaillenchancen für Neureuther und Dopfer auf ein Minimum zusammengeschrumpft. «Es ist natürlich ein großer Zeitrückstand gewesen», bemerkte Dopfer mit Blick auf fast eine Sekunde Rückstand zur Spitze. Extrem drehend und mit einer Laufzeit von mehr als einer Minute verlangte der Kurs den Skirennfahrern alles ab. «Für uns alle ist das brutal - 1:04 Minuten Laufzeit auf 3000 Metern ist für uns alle neu», sagte Hirscher. Oder wie es der junge Strasser formulierte: «Man will, der Kopf will, aber die Muskeln wollen nicht mehr.»

Neureuther blickte mit Startnummer sieben im Ziel ratlos auf die Anzeigetafel und seinen Rückstand von mehr als einer Sekunde auf Hirscher. «Ich habe vom ersten Tor an nie das Gefühl gehabt: Alles klar, jetzt kann ich richtig auf Tempo gehen. Das war mehr Krampf», berichtete er zur Halbzeit. Von einer Ausgangslage wie vor zwei Jahren - als er mit 0,28 Sekunden Rückstand auf Platz zwei gelegen hatte - war er vor dem entscheidenden Durchgang weit entfernt.

Dopfer, obwohl nur 16 Hundertstelsekunden schneller und einen Platz vor seinem Teamkollegen, machte den wesentlich aufgeräumteren Eindruck. Seine Ausgangslage beurteilte der 27-Jährige als «nicht verkehrt», der zuletzt leicht lädierte Rücken sei schmerzfrei. «Ich freue mich einfach auf den zweiten Lauf», sagte der Dritte der Slalom-Wertung im Weltcup.

Vollkommen zufrieden sein konnte aber vor dem Finale einzig Titelverteidiger Hirscher. «Ich glaube, es war ganz gut - wie man sieht», sagte der 25-Jährige, der zuvor schon Gold in der Kombination und mit Österreichs Mannschaft beim Team-Event gewonnen hatte. Nur der Russe Alexander Choroschilow kam annähernd an seine Zeit heran - und hatte wie Neureuther 2013 in Schladming exakt 0,28 Sekunden Rückstand. Dann kam der zweite Durchgang - und Hirscher schied aus.