Unsere Themenseiten

Drei Tote bei Polizeieinsatz gegen Textilarbeiter in Kambodscha

Die Polizei hat in Kambodscha das Feuer auf demonstrierende Textilarbeiter eröffnet und dabei mindestens drei Menschen erschossen. Menschenrechtsaktivisten berichteten am Freitag von mindestens fünf Toten, die Polizei bestätigte der Zeitung «Cambodia Daily» drei Tote.

Die Regierung rechtfertigte das harte Vorgehen. Die Oppositionspartei, die seit Monaten Massenproteste gegen die Regierung führt, habe die Arbeiter angestachelt, sagte Regierungssprecher Phay Siphan.

Mehrere hundert Arbeiter nahmen in der Hauptstadt Phnom Penh an einem Protestzug teil. Sie kämpfen um höhere Löhne. Ähnliche Kundgebungen gibt es seit Tagen. Nach Polizeiangaben warfen die Demonstranten mit Steinen und Benzinbomben. Daraufhin hätten etwa 200 Militärpolizisten das Feuer mit Sturmfeuergewehren eröffnet, berichtete die Zeitung.

Die Protestwelle dauert seit mehr als einer Woche an. Am Donnerstag waren 15 Arbeiter und Aktivisten festgenommen worden. Die meisten der 600 000 Textilarbeiter streiken nach Gewerkschaftsangaben oder sind von Fabrikbesitzern wegen drohender Streiks ausgesperrt worden. Sie verlangen eine Verdoppelung des Monatsmindestlohns von zur Zeit knapp 60 Euro. Die Regierung hat nur 25 Prozent Erhöhung angeboten. Die meisten Fabriken sind wegen der Streiks geschlossen.