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Dritter Wahlversuch auf den Malediven geglückt

Nach zwei gescheiterten Versuchen ist der dritte Anlauf der Präsidentenwahl auf den Malediven geglückt. «Die Wahl ist überall im Land ohne große Zwischenfälle zu Ende gegangen», sagte ein Sprecher der Wahlkommission.

Auch die Organisation Transparency Maldives, die mehr als 400 Beobachter in dem Urlaubsparadies mit seinen 1200 Inseln stationiert hat, bescheinigte einen reibungslosen Verlauf.

Die erste Wahl im September war vom obersten Gericht für ungültig erklärt worden - obwohl alle Beobachter sie als fair und frei bezeichnet hatten. Die zweite Abstimmung im Oktober hatte die Polizei in letzter Minute verhindert, weil die Vorgaben des Verfassungsgerichts nicht erfüllt worden waren. Sollte am Samstag keiner der drei Kandidaten die absolute Mehrheit erhalten haben, ist für diesen Sonntag eine Stichwahl geplant. Ob das wegen der geringen Vorlaufzeit klappen kann, ist nach lokalen Medienberichten aber noch unklar.

Viele Wahllokale seien am Samstag auch nach dem Ende der offiziellen Schließung noch geöffnet gewesen, sagte ein Transparency-Sprecher. Jeder der rund 240 000 Wahlberechtigten, der sich bis 15.30 Uhr (11.30 Uhr MEZ) in die Schlange eingereiht hatte, durfte noch abstimmen. Die Wahlkommission wollte sofort mit der Auszählung beginnen und das Ergebnis noch in der Nacht bekanntgeben.

Die Zeit drängt, weil die Amtszeit des scheidenden Präsidenten Mohamed Waheed bereits an diesem Montag endet. In der Verfassung ist nicht geregelt, wer das Land führt, wenn bis dahin kein Nachfolger gefunden ist. Waheed hatte es abgelehnt, vorübergehend im Amt zu bleiben. Die Mehrheit der Abgeordneten stimmte für die Übertragung der Geschäfte auf den Parlamentspräsidenten in diesem Fall, doch dagegen läuft eine Klage.

Die größten Chancen werden dem Menschenrechtsaktivisten Mohamed Nasheed eingeräumt, der beim annullierten Versuch vor zwei Monaten die meisten Stimmen erhalten hatte. Gegen Nasheed traten der Business-Tycoon Gasim Ibrahim und Abdulla Yameen an, ein Halbbruder des einstigen Autokraten Maumoon Abdul Gayoom, der das muslimische Land im Indischen Ozean Jahrzehnte lang beherrscht hatte.