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Tarifexperte sieht gute Chancen für Lokführer-Schlichtung

Die Schlichtung bei den Lokführern der Deutschen Bahn hat nach Ansicht eines Fachmanns gute Aussichten auf Erfolg.

«In aller Regel bringen Schlichtungen ein Ergebnis, das dann von den Tarifvertragsparteien akzeptiert wird», sagte der Tarifexperte der gewerkschaftsnahen Böckler-Stiftung, Reinhard Bispinck, in Düsseldorf. Er kenne keine systematischen Statistiken zum Erfolg von Schlichtungen, aber die Chancen seien «normalerweise gut». Es gebe natürlich auch Gegenbeispiele, wie das Scheitern der Vermittlung bei der Bahn durch die CDU-Politiker Heiner Geißler und Kurt Biedenkopf im Jahr 2007.

Die Benennung einer Doppelspitze sei an sich nichts Ungewöhnliches, in den bestehenden Schlichtungsabkommen sei in der Regel einer der beiden stimmberechtigt, sagte Bispinck. Die Vorteile lägen auf der Hand: «Man muss sich nicht auf eine Person einigen und kann darauf hoffen, dass der 'eigene' Schlichter offener für die Argumente ist.» Für Bodo Ramelow als Schlichter auf der GDL-Seite habe sicherlich seine langjährige Gewerkschaftserfahrung und die kritische Haltung zum geplanten Tarifeinheitsgesetz der großen Koalition gesprochen.