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Ein Jahr nach Brandkatastrophe: Grenfell Tower in Grün

Ein Jahr nach Brandkatastrophe: Grenfell Tower in Grün
Ein Jahr nach Brandkatastrophe: Grenfell Tower in Grün
Jonathan Brady

Ein Jahr nach dem Brand des Grenfell Towers ist zur Erinnerung an die 72 Toten das ausgebrannte Hochhaus in London in Grün angestrahlt worden.

Zu der Katastrophe kam es am 14. Juni 2017, als ein defekter Kühlschrank Feuer fing. Die Flammen breiteten sich in rasendem Tempo im 24-stöckigen Sozialbau aus. Es ist der Brand mit den meisten Opfern im Land seit dem Zweiten Weltkrieg.

Im Rahmen der Aktion „Grün für Grenfell” leuchteten zur Erinnerung auch andere Einrichtungen in Grün, etwa Regierungsgebäude und das Riesenrad London Eye. Auch ein Gottesdienst und ein Schweigemarsch durch den Westen Londons waren geplant. Plakate mit Aufschriften wie „Grenfell für immer in unseren Herzen”, Fotos von Opfern, Blumen und Teddybären wurden nahe der Brandruine abgelegt.

In dem Hochhaus waren Untersuchungen zufolge Brandschutzauflagen ignoriert worden. Vor allem eine neu angebrachte Fassadenverkleidung aus brennbarem Kunststoff soll den Grenfell Tower zur Todesfalle gemacht haben. Die ersten Anweisungen der Feuerwehr an die Mieter damals, in den Wohnungen zu bleiben, stehen ebenfalls in der Kritik.

Bei der Katastrophe spielten sich dramatische Szenen ab. Vom Feuer eingeschlossene Bewohner versuchten verzweifelt, mit Taschenlampen an Fenstern auf sich aufmerksam zu machen. Andere verabschiedeten sich per Handy von ihren Angehörigen. 68 Familien haben noch heute kein neues dauerhaftes Zuhause, sondern sind in Hotels untergebracht.

Nach der Katastrophe zeigte sich, dass Hunderte Hochhäuser in Großbritannien die gleiche, gefährliche Fassadenverkleidung wie am Grenfell Tower haben. In Deutschland dauern die Überprüfungen von Hochhäusern an. Die Bauaufsichtsbehörden seien angewiesen worden, zu überprüfen, „ob vergleichbare Fälle in Deutschland sein könnten”, sagte der Vorsitzende des für Baurecht zuständigen Ausschusses bei der Bayerischen Ingenieurkammer-Bau, Thomas Herbert, auf Anfrage.