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Ein Oscar für Redmayne oder für Cumberbatch?

Ein Oscar für Redmayne oder für Cumberbatch?
Ein Oscar für Redmayne oder für Cumberbatch?
Facundo Arrizabalaga

Die britische Presse ist sich einig: Benedict Cumberbatch (38) und Eddie Redmayne (33) sind auf der Insel derzeit das angesagteste Exportgut der Filmindustrie.

Am Sonntag konkurrieren sie mit erstaunlich ähnlichen Rollen um den Oscar: Cumberbatch als Alan Turing, ein Codeknacker im Krieg gegen die Nazis, Redmayne als Starphysiker Stephen Hawking. Beides eigenwillige Wissenschaftler, die mit ihrem genialen Verständnis von Mathematik und Logik Großes geleistet haben.

Mit einem Golden Globe, dem Preis der Schauspielergewerkschaft Hollywoods und einem britischen Bafta-Filmpreis hat Redmayne im Oscar-Rennen inzwischen einen Vorsprung. Ein netter Zufall ist, dass Cumberbatch selbst auch schon mal viel Lob für die Rolle des Stephen Hawking bekommen hat, er spielte den an der Nervenkrankheit ALS erkrankten Professor in dem BBC-Film «Hawking - Die Suche nach dem Anfang der Zeit» im Jahr 2004. Doch die zwei verbindet noch viel mehr als diese Rolle und die Hoffnung auf die Hollywood-Krone.

GUTE SCHULE: Sowohl Cumberbatch als auch Redmayne wurden in angesehene englische Familien hineingeboren. Cumberbatchs Eltern sind erfolgreiche Schauspieler, Redmaynes Vater ein Banker. Die Bildung ihrer Söhne war beiden Familien etwas wert, sie schickten den Nachwuchs auf angesehene Jungeninternate: Cumberbatch besuchte Harrow. Redmayne war auf der berühmten Schule Eton - gemeinsam mit Prinz William.

THEATERLUFT: Beide begeisterten sich früh für die Bühne. Cumberbatch glänzte einem ehemaligen Lehrer zufolge als Teenager beim Vorsprechen für die Rolle eines «aufreizenden Zimmermädchens». Auch sein Ruhm hält ihn nicht vom Theaterspielen ab, die «Hamlet»-Vorstellungen in London von August bis Oktober 2015 waren ein Jahr im voraus nach Minuten ausverkauft. Redmayne spielte schon mit 12 am Londoner Westend und feierte Theatererfolge unter anderem als Shakespeares Richard II.

UMSCHWÄRMT: Egal welcher der beiden Schauspieler derzeit über den roten Teppich geht, begeistertes Kreischen ist auf jeden Fall zu hören. Die «Cumberbitches», glühende Verehrerinnen des 38-Jährigen, sind im Internet sogar halbwegs organisiert: Der dazugehörige Twitter-Account etwa hat knapp 200 000 weibliche Follower und hält sie jederzeit auf dem Laufenden, was «Mr. Wangenknochen» so treibt. Für Redmayne-Fans scheint sich in den Sozialen Netzwerken das Schlagwort «Redmayniacs» durchzusetzen. Selbst offiziell unterwegs auf Twitter oder Facebook sind übrigens beide nicht.

PERSÖNLICH: Eine Chance haben die weiblichen Fans nicht. Die zwei sind in festen Händen: Redmayne seit kurzem sogar verheiratet, Cumberbatch ebenfalls - er wird auch bald Vater. Beide gaben ihre Hochzeitspläne sehr stilvoll per Anzeige in der «Times» bekannt. Cumberbatchs Sophie Hunter ist Theaterregisseurin, Redmaynes Hannah Bagshawe arbeitet im PR-Bereich.

ALTE KUMPEL: Kennengelernt haben sich die beiden Oscar-Nominierten am Filmset: Sie spielten 2008 in «Die Schwester der Königin» Ehemänner von Mary Boleyn (Scarlett Johansson). Seitdem sind sie gute Kumpel und loben in Interviews mit Vorliebe gern das Talent des anderen. Redmayne fühlt sich fast schon verfolgt, wie er dem «Variety»-Magazin erzählte: Er drehte seinen Hawking-Film unter anderem an Cumberbatchs alter Schule Harrow und fotografierte sich dort unter einer Tafel mit dem Namen des Kollegen.