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Einsturzgefahr: Polizei räumt Häuser auf Hamburger Reeperbahn

Einsturzgefahr: Polizei räumt Häuser auf Hamburger Reeperbahn
Einsturzgefahr: Polizei räumt Häuser auf Hamburger Reeperbahn
Axel Heimken

Wegen möglicher Einsturzgefahr hat die Polizei die «Esso-Häuser» auf der Hamburger Reeperbahn evakuiert. Mehrere Dutzend Anwohner aus den Blocks 5a, 5b und 5c mussten am Samstagabend ihre Wohnungen am Spielbudenplatz verlassen, wie ein Polizeisprecher sagte.

Nach einer ersten Überprüfung der Häuser durch einen Statiker weitete die Polizei die Evakuierung aus. Auch je ein Haus in zwei angrenzenden Straßen, der Taubenstraße und der Kastanienallee, wurden geräumt. Frühestens am Sonntagmittag soll feststehen, wann die Anwohner in ihre Wohnungen zurückkehren können. Bis dahin sollte die Statik der als marode geltenden Gebäude genauer geprüft werden.

Bei der Räumung habe es sich um eine reine Vorsichtsmaßnahme gehandelt, fügte der Sprecher hinzu. Besorgte Bewohner hätten die Beamten gegen 22.25 Uhr informiert und von «wackelnden Wänden» berichtet. Dutzende Bewohner harrten lange in bereitgestellten Bussen auf der Reeperbahn aus, bevor sie nach Angaben der Polizei für die Nacht in einer nahegelegenen Schule untergebracht wurden.

Auch angrenzende Bars, Restaurants und Diskotheken wurden geschlossen, darunter der bekannte Club «Molotow» und eine über die Stadtgrenzen hinaus bekannte und bei Nachtschwärmern beliebte Tankstelle. Zudem wurde der Spielbudenplatz teilweise abgesperrt. Damit lag ein Herzstück der besonders am Wochenende belebten Amüsiermeile verlassen da. Die Menschen hätten verständnisvoll reagiert, so die Polizei. Der benachbarte Nacht-Weihnachtsmarkt «Santa Pauli» war nicht betroffen.

Die Räumung habe keinerlei politische Hintergründe gehabt, betonte der Polizeisprecher. Die «Esso-Häuser» sollen im kommenden Jahr abgerissen und das Gelände neu bebaut werden. Dies hatte heftige Diskussionen in der Hansestadt ausgelöst.