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Entsetzen nach Flüchtlingsdrama in Österreich

Die für die Flüchtlingstragödie mit mehr als 70 Toten in Österreich verantwortlichen Schlepper sind nach österreichischen Medienberichten gefasst. Es habe mehrere Festnahmen gegeben, meldet die Nachrichtenagentur APA.

Laut «Kronen Zeitung» wurden in Ungarn drei Menschen festgesetzt. Die Behörden bestätigten die Berichte zunächst nicht.

Nach bisherigem Ermittlungsstand war der Lastwagen am Mittwoch bei Budapest losgefahren. In der folgenden Nacht soll er die österreichisch-ungarische Grenze überquert haben. Er wurde schließlich verlassen an einer Autobahn 50 Kilometer südöstlich von Wien entdeckt.

Bei der Tragödie sind noch weit mehr Menschen ums Leben gekommen als bislang befürchtet. Mehr als 70 Leichen barg die Polizei in der Nacht aus dem zurückgelassenen Lastwagen.

Die Ermittler waren zunächst von bis zu 50 Toten ausgegangen. Der auf einem Pannenstreifen der Autobahn A4 knapp 50 Kilometer südöstlich von Wien abgestellte Lkw war Donnerstagabend in eine ehemalige Veterinärmedizinische Anstalt gebracht worden, wo eine Kühlung vorhanden ist. Etwa 20 Beamte waren die ganze Nacht im Einsatz, um die Toten aus dem Laderaum zu bergen. Die Leichen sollen laut Polizeiangaben in der Gerichtsmedizin in Wien untersucht werden.

Unter anderem soll die Todesursache ermittelt werden. Bislang gehen Experten davon aus, dass die Menschen erstickten. Zudem bemühen sich die Gerichtsmediziner um die Feststellung der Identität der Opfer. Unklar ist bisher auch noch, woher die Flüchtlinge stammten und wann sie gestorben sind.

Mitarbeiter des Autobahn-Streckendienstes Asfinag hatten den 7,5 Tonnen schweren Lkw am Donnerstag im Autobahnabschnitt bei Parndorf (Bezirk Neusiedl am See) entdeckt. Der Lastwagen war aus Ungarn gekommen. Die österreichische Polizei hat mit Unterstützung ungarischer Ermittler eine Großfahndung nach den Schleppern in Gang gesetzt.

Die Behörden rechnen zudem in den kommenden Tagen noch mit steigenden Flüchtlingszahlen. Die Polizei im Burgenland an der Grenze zu Ungarn soll daher durch Einsatzkräfte aus den benachbarten Bundesländern Steiermark und Kärnten verstärkt werden.