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Erster Loveparade-Prozess ohne Aussicht auf Erfolg?

Erster Loveparade-Prozess ohne Aussicht auf Erfolg?
Erster Loveparade-Prozess ohne Aussicht auf Erfolg?
Erik Wiffers

Im ersten Prozess zur Loveparade-Katastrophe vor mehr als fünf Jahren will das Landgericht Duisburg heute verkünden, ob einem Feuerwehrmann Entschädigung zusteht. Bei der öffentlichen Verhandlung in dem Zivilverfahren Anfang September hatte das Gericht dem Kläger wenig Hoffnung gemacht.

Nach der damaligen Einschätzung der Kammer steht Schadenersatz in aller Regel nur Menschen zu, die von einem Unglück unmittelbar betroffen seien. Dies sei bei dem 53 Jahre alten Feuerwehrmann nicht der Fall. Zudem gehe es «um ein typisches Berufsrisiko».

Der Feuerwehrmann fordert 90.000 Euro Schadenersatz und Schmerzensgeld vom Land Nordrhein-Westfalen und vom Veranstalter. Nach eigenen Worten erlitt der Helfer eine posttraumatische Belastungsstörung, als er zum Unglücksort geschickt wurde.

Bei dem Technofestival bildete sich im Juli 2010 an einer Rampe ein tödliches Gedränge, 21 Menschen starben, mehr als 500 wurden verletzt.

Neben dem Antrag des Feuerwehrmannes sind sieben weitere Zivilklagen in Sachen Loveparade anhängig. Von zunächst zehn Anträgen auf Prozesskostenhilfe wurden bereits vier abgelehnt, da die Richter keine Chancen auf einen Erfolg erkennen konnten.

Bei der strafrechtlichen Aufarbeitung steht noch die Entscheidung des Landgerichts aus, ob es die Anklage wegen fahrlässiger Tötung und fahrlässiger Körperverletzung zulässt und es zu einer Hauptverhandlung kommt. Beschuldigt sind insgesamt zehn Mitarbeiter der Stadt Duisburg und des Veranstalters.