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Euro wegen EZB-Geldflut schwach wie seit 2003 nicht mehr

Euro wegen EZB-Geldflut schwach wie seit 2003 nicht mehr
Euro wegen EZB-Geldflut schwach wie seit 2003 nicht mehr
Oliver Berg

Am Devisenmarkt hat die Talfahrt des Euro am Freitag nach dem Öffnen der Geldschleusen durch die Europäische Zentralbank (EZB) dramatisch an Tempo gewonnen.

Der Kurs der Gemeinschaftswährung fiel zeitweise unter 1,12 US-Dollar und erreichte bei 1,1115 Dollar den tiefsten Stand seit September 2003. Am Nachmittag stand der Euro bei 1,1269 Dollar. Am Mittag hatte die EZB den Referenzkurs auf 1,1198 (Donnerstag: 1,1618) Dollar festgesetzt. Der Dollar kostete damit 0,8930 (0,8607) Euro.

Nachdem die EZB am Vortag den Beschluss zum breitangelegten Kauf von Staatsanleihen im Kampf gegen die Konjunkturflaute gefällt hatte, ging es mit dem Euro in der Spitze mehr als fünf Cent nach unten. In den kommenden Tagen könnte sich die Gemeinschaftswährung nach Einschätzung von Experten weiter abschwächen. Selbst ein Kursverfall bis zur Parität mit dem Dollar wird nicht mehr ausgeschlossen.

«Wir erwarten, dass der Euro mit dem Aufkaufprogramm der EZB vorerst weiter unter Abwertungsdruck bleibt», hieß es in einer Einschätzung der Privatbank HSBC Trinkaus. Sie senkte ihre Jahresendprognose für den Euro umgehend von 1,15 Dollar auf nur noch 1,09 Dollar.

Im Handelsverlauf richtet sich der Fokus der Anleger auf die Parlamentswahl in Griechenland am kommenden Sonntag. Laut jüngsten Umfragen zeichnet sich ein deutlicher Sieg des Linksbündnisses Syriza ab. Ein Regierungswechsel in dem angeschlagenen Euroland könnte den Euro ebenfalls belasten, hieß es aus dem Handel.

Zu anderen wichtigen Währungen legte die EZB die Referenzkurse für einen Euro auf 0,7473 (0,7644) britische Pfund, 132,12 (136,70) japanische Yen und 0,9816 (0,9943) Schweizer Franken fest. Die Feinunze Gold wurde in London mit 1294,75 (1295,75) Dollar gefixt. Ein Kilogramm Gold kostete 36 380,00 (35 030,00) Euro.