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Europäische Zentralbank dürfte Kurs unverändert lassen

Europäische Zentralbank dürfte Kurs unverändert lassen
Europäische Zentralbank dürfte Kurs unverändert lassen
Arne Dedert

Die Europäische Zentralbank (EZB) dürfte nach der jüngsten Verschärfung ihres Anti-Krisen-Kurses nicht noch einmal nachlegen. Notenbank-Präsident Mario Draghi wird die Entscheidungen des EZB-Rates am Nachmittag in Frankfurt erläutern.

Volkswirte rechnen nicht mit einer Änderung der Geldpolitik. Erst im März hatten die Währungshüter ein bisher einmaliges Maßnahmenbündel im Kampf gegen die Mini-Inflation und Konjunkturschwäche im Euroraum beschlossen.

Die Notenbank senkte den Leitzins auf null Prozent. Das vor allem in Deutschland umstrittene milliardenschwere Programm zum Kauf von Staatsanleihen und anderen Wertpapieren wurde zudem ausgeweitet. Zugleich brummte die EZB Finanzinstituten höhere Strafzinsen auf, wenn sie Geld bei ihr parken. Außerdem gibt es ab dem Sommer neue, billige Langfristkredite für Banken.

Das alles soll die Konjunktur ankurbeln und die auf Dauer gefährliche Mini-Inflation wieder in Richtung des Zwei-Prozent-Ziels der EZB treiben. Ein länger anhaltendes niedriges Preisniveau gilt als Gefahr für die Konjunktur. Denn Verbraucher und Firmen könnten Ausgaben und Investitionen in Erwartung noch geringerer Preise weiter aufschieben.

Ob die Geldflut der EZB wirklich hilft, ist allerdings umstritten. Volkswirte warnen vor Preisblasen an den Märkten und verweisen darauf, dass die niedrige Inflation zum Großteil eine Folge des stark gesunkenen Ölpreises ist. Massive Kritik am Kurs der Notenbank kam zuletzt vor allem aus Deutschland. Insbesondere Unionspolitiker warfen der EZB vor, ihre Geldpolitik enteigne die Sparer.