Wahlen in Costa Rica
Eine Frau wirft ihren Stimmzettel in eine Wahlurne während der Parlamentswahlen in Costa Rica. Carlos Gonzalez/AP/dpa
Wahlen

Ex-Präsident bei Wahl in Costa Rica vorn – Stichwahl möglich

Gleich 25 Kandidaten standen als Nachfolger von Carlos Alvarado in Costa Rica zur Wahl. Die Wähler trafen keine klare Entscheidung, eine Stichwahl sieht wahrscheinlich aus.
dpa
San José

Nach der Präsidentenwahl in Costa Rica zeichnet sich kein klarer Sieger ab - es könnte zu einer Stichwahl im April kommen.

Nach ersten Ergebnissen am Sonntagabend nach Auszählung in etwas mehr als der Hälfte der Wahllokale wäre dann voraussichtlich der Ex-Präsident José María Figueres einer der beiden Kandidaten. Der Vertreter der sozialdemokratischen PLN kam demnach auf rund 28 Prozent der Stimmen.

Im Rennen um den zweiten Platz und damit die Teilnahme an der Stichwahl am 3. April lagen der Ex-Finanzminister Rodrigo Chaves von der Zentrumspartei PSD und der evangelikale Prediger Fabricio Alvarado von der rechten Partei Nueva República mit jeweils etwa 16 Prozent eng beieinander. Um eine Stichwahl zu vermeiden, müsste ein Kandidat auf mindestens 40 Prozent der Stimmen kommen.

Alvarado konnte nicht antreten

Die Verfassung des mittelamerikanischen Landes verbietet eine direkte Wiederwahl des Präsidenten, der Sozialdemokrat Carlos Alvarado konnte daher nicht um eine zweite vierjährige Amtszeit als Staats- und Regierungschef antreten. Mit dem früheren Wirtschaftsminister Welmer Ramos als Kandidat lag Alvarados Partei PAC abgeschlagen bei weniger als 1 Prozent. Gewählt wurden am Sonntag auch alle 57 Abgeordneten des Parlaments, das aus einer einzigen Kammer besteht.

25 Parteien und Bündnisse hatten jeweils einen Kandidaten oder eine Kandidatin ins Rennen um das Präsidentenamt geschickt. Im Wahlkampf bildete sich weder ein beherrschendes Thema noch ein klarer Favorit heraus. In einer Umfrage der Universidad de Costa Rica wenige Tage vor den Wahlen gaben rund 32 Prozent der Befragten an, unentschlossen zu sein. Costa Rica hat rund fünf Millionen Einwohner und ist für Artenvielfalt und Naturschutz sowie als Urlaubsziel bekannt.

Der 67 Jahre alte Wirtschaftsingenieur Figueres war von 1994 bis 1998 Präsident Costa Ricas. Sein Vater, José Figueres, war dreimal Präsident und gründete nach dem Bürgerkrieg 1948 Costa Ricas Zweite Republik sowie auch die Partei PLN.


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