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Experte: Zeit für Chemiewaffen-Nachweis in Syrien drängt

Die UN-Chemiewaffeninspekteure haben nach Angaben eines Experten nur wenige Tage Zeit, um den angeblichen Einsatz von Nervengas in Syrien im Blut und Urin der Opfer nachzuweisen.

«Je länger es dauert, umso schwieriger wird es sein, die spezifischen Orte noch genau identifizieren zu können», sagte der Chemiewaffenexperte des Schweizer Bundesamtes für Bevölkerungsschutz, Stefan Mogl, am Samstag im Deutschlandradio Kultur.

Die UN-Experten bräuchten so rasch wie möglich sicheres Geleit, um mutmaßlichen Opfern die Proben entnehmen zu können, sagte der frühere Waffeninspekteur. Solche Proben müssten binnen weniger Tagen genommen werden, um aussagekräftig zu sein. Im Boden ließen sich dagegen Spuren von Kampfstoffen auch noch später nachweisen.

Nach Sichtung des vorhandenen Videomaterials gehe er mit großer
Wahrscheinlichkeit davon aus, dass die Vorwürfe der Opposition gegen das Regime zuträfen, sagte Mogl. Die Symptome wiesen «am wahrscheinlichsten auf einen Nervenkampfstoff hin». Die große Anzahl von Personen mit Symptomen, darunter viele Kinder, mache es unwahrscheinlich, dass die Bilder gestellt seien. Das Bildmaterial lasse aber keine Rückschlüsse auf den Ort oder die Opfer zu. Deshalb müsse der Vorfall unabhängig vor Ort geklärt werden, sagte Mogl.