KURZ VOR PRÄSIDENTSCHAFTSWAHL

Experten erwarten leichten Rückgang bei US-Arbeitslosigkeit

Kurz vor der Wahl in den USA beziehen dort weiter mehr als 25 Millionen Menschen eine Form der Arbeitslosenhilfe. Analysten erwarten, dass sich die Lage im September etwas gebessert hat. Überwunden ist die Corona-Krise aber noch nicht.
dpa
Arbeitslosigkeit in den USA
Seit 70 Jahren hat es in den USA nicht mehr eine solch hohe Arbeitslosenquote vor einer Präsidentschaftswahl gegeben. Foto: Damian Dovarganes/AP/dpa
Washington.

Zum letzten Mal vor der Präsidentschaftswahl in den Vereinigten Staaten veröffentlicht die US-Regierung am Freitag (14.30 Uhr MESZ) die jüngste Arbeitslosenquote.

Experten erwarten Medienberichten zufolge, dass die Arbeitslosigkeit im September leicht auf 8,2 Prozent gesunken ist – von 8,4 Prozent im Vormonat. Der Sender CNN berichtete, das wäre die höchste Arbeitslosenquote unmittelbar vor einer Präsidentschaftswahl in den USA seit dem Zweiten Weltkrieg. Von Juli auf August war die Quote um 1,8 Punkte gefallen. Vor der Corona-Krise hatte sie bei 3,5 Prozent gelegen.

In der anhaltenden Pandemie bleibt die Lage am US-Arbeitsmarkt trotz schrittweiser Besserung angespannt. In der Woche bis zum 26. September stellten nach Angaben des Arbeitsministeriums 837.000 Menschen einen Neuantrag auf Arbeitslosenhilfe. Im August lag diese Zahl zum Teil deutlich über einer Million. Vor der Pandemie war die Zahl der Neuanträge selten auf mehr als 100.000 gestiegen.

In der Woche bis zum 12. September bezogen mehr als 26,5 Millionen Menschen eine Form von Arbeitslosengeld, wie das Arbeitsministerium mitteilte. Das ist deutlich weniger als vor einem Monat, als diese Zahl noch bei mehr als 29 Millionen lag. Wie schwerwiegend die Konsequenzen der Corona-Pandemie für den Arbeitsmarkt in den USA aber immer noch sind, zeigt ein Vergleich mit der entsprechenden Woche im vergangenen Jahr: Damals bezogen 1,4 Millionen Menschen eine Form von Arbeitslosengeld.

Die Corona-Krise hatte in den USA weite Teile des Wirtschaftslebens stillgelegt. Im April war die Arbeitslosenquote daher auf mehr als 14 Prozent geklettert. Im Mai fiel sie auf 13,3 Prozent, im Juni dann überraschend deutlich auf 11,1 Prozent. Im Juli lag die Quote bei 10,2 Prozent, im August bei 8,4 Prozent. US-Präsident Donald Trump bewirbt sich bei der Wahl am 3. November um eine zweite Amtszeit. Der Republikaner tritt gegen Joe Biden von den Demokraten an.

Trump hat eine rasche Erholung der Wirtschaft in Aussicht gestellt und vorausgesagt, dass 2021 „eines der großartigsten Jahre in unserer Geschichte” werde. Die Corona-Pandemie ist in den USA allerdings weiter nicht unter Kontrolle. Seit deren Beginn haben sich mehr als 7,2 Millionen der 330 Millionen Amerikaner mit dem Erreger Sars-CoV-2 infiziert, mehr als 270.000 Menschen starben. Die Zahl der täglichen registrierten Neuinfektionen in dem Land mit rund 330 Millionen Einwohnern lag zuletzt wieder bei mehr als 40.000.

Die Zahl der Erstanträge auf Arbeitslosenhilfe ist auch deswegen von Bedeutung, weil sich Republikaner und Demokraten noch immer nicht auf einen Ersatz für die Ende Juli ausgelaufene zusätzliche Arbeitslosenhilfe des Bundes in Höhe von 600 Dollar (rund 510 Euro) pro Woche geeinigt haben. Diese Unterstützung für Arbeitslose stammte aus einem Corona-Hilfspaket vom März. Die US-Regierung veröffentlicht die Arbeitslosenquote jeweils am ersten Freitag des Monats – das nächste Mal am 6. November, drei Tage nach der Wahl.

© dpa-infocom, dpa:201001-99-792713/3

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