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Explosion in Kölner Raffinerie

Explosion in Kölner Raffinerie
Explosion in Kölner Raffinerie
Frank Fuchs

In einer Raffinerie in Köln brennt nach einer Explosion ein Chemikalientank. Vermutlich gab es keine Verletzten, wie die Feuerwehr Köln berichtete.

Bei der Chemikalie handelt es sich nach Angaben des Raffinerie-Betreibers Shell um giftiges Toluol. Eine große, dunkle Rauchsäule war kilometerweit zu sehen. Etwa anderthalb Stunden nach dem Ausbruch am Nachmittag sei das Feuer unter Kontrolle gewesen, berichtete die Feuerwehr Köln.

Bei Toluol handele es sich um einen giftigen Stoff, der aber nicht krebserregend sei, sagte eine Unternehmenssprecherin. Die Anwohner der Raffinerie wurden gebeten, Türen und Fenster zu verschließen und sich bis auf Weiteres nicht im Freien aufzuhalten. Betroffen waren auch Schulen in der Nähe der Raffinerie. Am späten Nachmittag konnten die Schüler die Gebäude aber wieder verlassen, berichtete die Feuerwehr. Die Berufsfeuerwehr war mit mehreren Luftmessfahrzeugen vor Ort. Über Ursache und Schadenshöhe wurde zunächst nichts bekannt.

Nach Angaben von Shell ist die Rheinland Raffinerie die größte Raffinerie Deutschlands. Sie besteht aus zwei Teilen, dem Werk Nord in Köln-Godorf und dem Werk Süd in Wesseling sechs Kilometer südlich. Betroffen ist ein Tank im Werk Nord. In einer Erdölraffinerie wird mit Hilfe verschiedener Verfahren Erdöl weiterverarbeitet etwa zu Benzin, Kerosin oder Heizöl.

Toluol ist eine aromatisch riechende, farblose Flüssigkeit. Sie ist feuergefährlich und verbrennt mit stark leuchtender, rußender Flamme. Der Stoff dient als Ausgangsprodukt für zahlreiche andere organische Verbindungen wie etwa Sprengstoffe (TNT), Benzoesäure, bestimmte Farbstoffe sowie als Beimischung zu Motorkraftstoffen. Toluol wird unter anderem in Nitro- und Kunstharzlacken als Verdünner eingesetzt. Die Substanz kann das zentrale Nervensystem beeinträchtigen. Größere Mengen Toluol in der Luft können Kopfschmerzen, Schwindel und Reizungen von Augen und Nase verursachen.