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Expo in Mailand eröffnet - Gegner protestieren

Begleitet von Protesten hat die Weltausstellung Expo in Mailand offiziell begonnen. «Viele haben nicht daran geglaubt, aber jetzt ist es Realität», sagte Italiens Regierungschef Matteo Renzi, der die Ausstellung zum Thema Ernährung am Freitag offiziell eröffnete.

Papst Franziskus erinnerte in einer Video-Botschaft an die hungernden Menschen in aller Welt. Vor Beginn der Expo, die sechs Monate läuft und 20 Millionen Besucher anlocken soll, protestierten Dutzende Gegner vor dem Gelände. Zudem war ein Demonstrationszug angekündigt, auch gewaltsame Proteste wurden befürchtet.

Am Vormittag hatte die Expo um 10 Uhr pünktlich ihre Türen geöffnet, es bildeten sich erste Besucherschlangen. «Der große Tag ist da, endlich», sagte Expo-Chef Giuseppe Sala mit Blick auf die lange Vorbereitung. Mailands Bürgermeister Giuliano Pisapia erklärte unter großem Applaus: «Wir haben es geschafft.» Vor Beginn der Ausstellung hatte es viel Kritik an den hohen Kosten gegeben, zudem war die Expo vergangenes Jahr von einem Korruptionsskandal erschüttert worden.

An vielen Pavillons wurde in den letzten Minuten vor der Eröffnung noch gewerkelt und gebaut. «Wir hoffen, dass die Menschen von der Schönheit angezogen werden und sich nicht in den wenigen Dingen verlieren, die noch erledigt werden müssen», sagte Sala. Der deutsche Pavillon ist einer der größten, die Organisatoren erwarten etwa drei Millionen Besucher. Ihnen sollen neue Ansätze zu nachhaltiger Ernährung präsentiert werden, auch deutsche Spezialitäten werden angeboten.

Zu Beginn der Eröffnungsfeier gab es eine Schweigeminute für die Opfer des Erdbebens in Nepal, das sich auch mit einem Pavillon beteiligt. Insgesamt 145 Länder nehmen an der Expo teil. Das Motto der Weltausstellung dreht sich um die Frage, wie in Zukunft alle Menschen ernährt werden können.

Papst Franziskus bezeichnete die Expo in seiner Video-Botschaft als «eine Gelegenheit, um die Solidarität zu globalisieren». Das Thema Ernährung sei wichtig und existenziell, sagte der Argentinier. «Lassen Sie diese Expo zu einer Gelegenheit für einen Mentalitätswechsel werden, lassen wir die Vorstellung fallen, dass unsere täglichen Handlungen keinen Einfluss auf das Leben derer haben, die Hunger leiden.» Auch der Vatikan ist mit einem eigenen Pavillon vertreten.

Renzi hieß die Besucher in Mailand willkommen. «Heute beginnt das Morgen in einem Land, das Lust auf Zukunft hat», sagte er. Er rief seine Landsleute dazu auf, die Welt zu umarmen und sie zu verändern. «Schluss damit, sich selbst zu bemitleiden, wie es diejenigen wollen, die immer sagen: «Das schafft ihr nie». Das hier ist eure Antwort.» Italien erhofft sich von der Expo nach Jahren der Krise auch neue Impulse für seine Wirtschaft und einen Imagegewinn für das Land.

Dennoch wurden für den Nachmittag Hunderte Expo-Gegner zu einem Demonstrationszug erwartet. Etwa 2600 zusätzliche Sicherheitskräfte sollten im Einsatz sein. Viele der Expo-Gegner kritisieren die hohen Kosten der Ausstellung sowie die Beteiligung großer Lebensmittelkonzerne als Sponsoren. In der Nacht vor der Eröffnung hatte eine Gruppe unbekannter Hacker die Ticket-Webseite für einige Stunden lahmgelegt.