CORONA-KRISE

EZB rechnet mit drastischem Konjunktureinbruch

Die Folgen der Corona-Pandemie sind in der Wirtschaft deutlich spürbar. Die Europäische Zentralbank rechnet mit einem drastischen Konjunktureinbruch, eine Schuldenkrise wie in den Jahren ab 2010 wird es der EZB-Präsidentin zufolge aber nicht geben.
dpa
EZB Frankfurt
Die Zentrale der Europäischen Zentralbank (EZB) in Frankfurt am Main. Foto: Andreas Arnold/dpa
Frankfurt (Main).

Die Europäische Zentralbank (EZB) rechnet infolge der Corona-Pandemie mit einem drastischen Konjunktureinbruch. Dies machten die beiden ranghöchsten EZB-Vertreter, Präsidentin Christine Lagarde und ihr Stellvertreter Luis de Guindos, deutlich.

Lagarde sagte während einer Online-Diskussion mit Jugendlichen, die Wirtschaft der Eurozone dürfte in diesem Jahr um acht bis zwölf Prozent schrumpfen. Prognoseszenarien, die von einer geringeren Schrumpfung ausgingen, seien mittlerweile überholt. De Guindos bekräftigte Lagardes Äußerungen.

Anfang Juni werde man einen besseren Überblick haben, ergänzte Lagarde. Dann veröffentlicht die Notenbank im Rahmen ihrer Zinssitzung neue Prognosen zu Wachstum und Inflation. Analysten halten es für gut möglich, dass die Notenbank dann ihr Corona-Wertpapierkaufprogramm PEPP von derzeit 750 Milliarden Euro ausweitet. Andeutungen in diese Richtung hatten zuletzt Frankreichs Notenbankchef Francois Villeroy de Galhau und EZB-Direktorin Isabel Schnabel gemacht.

Lagarde gab sich zuversichtlich, dass die Eurozone trotz stark steigender Staatsverschuldung nicht in eine neue Schuldenkrise wie in den Jahren ab 2010 gleiten werde. Als Begründung verwies sie auf die aktuell „extrem niedrigen” Zinskosten. Zur Bekämpfung der Corona-Krise sei der Einsatz von Schulden nicht nur zu empfehlen, es sei der richtige Weg.

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