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Gibraltar vs. DFB: Ein Spiel mit Kuriositäten

Gibraltar vs. DFB: Ein Spiel mit Kuriositäten
Gibraltar vs. DFB: Ein Spiel mit Kuriositäten
Arne Dedert

Die deutsche Fußball-Nationalmannschaft bestreitet heute in Faro ihr letztes Saisonspiel vor der Sommerpause. In der EM-Qualifikationsgruppe D ist im Éstadio Algarve der große Außenseiter Gibraltar der Gegner des Weltmeister-Teams von Bundestrainer Joachim Löw.

Gibraltar trägt alle seine Heimspiele in der EM-Qualifikation in Portugal aus, da in dem britischen Überseegebiet am Südzipfel Spaniens kein von der UEFA für tauglich befundenes Stadion zur Verfügung steht.

Joachim Löw hat nur wenige Veränderungen gegenüber dem 1:2 gegen die USA angekündigt. Der Münchner Jérôme Boateng wird für den Stuttgarter Antonio Rüdiger in die Verteidigung rücken. Im Tor bekommt der Dortmunder Roman Weidenfeller seinen fünften Einsatz im A-Team.

Löw hat Veränderungen angekündigt. Bayern-Keeper Manuel Neuer, der gegen Gibraltar fehlt, bleibt die klare Nummer eins. «Die Zukunft gehört den jungen Torhütern», sagte der Bundestrainer. Die U-21-Schlussmänner Marc-André ter Stegen, Bernd Leno und Timo Horn sollen mit herangezogen werden. Auch Ron-Robert Zieler bleibt im Kreis des Nationalteams.

Löw hat den Routinier vor dessen fünften Länderspiel praktisch schon verabschiedet. «Roman war für uns die letzten eineinhalb Jahre ein unglaublich wichtiger Spieler», sagte er in Faro. Sein Debüt hatte der Dortmunder nach einigen Querelen mit Löw erst im November 2013 gegeben. Bei der WM in Brasilien erfüllte Weidenfeller seine Rolle professionell. Doch mit 34 und einer ungeklärten Vereins-Zukunft ist im DFB-Team wohl Schluss.

Bei jedem EM-Qualifikationsspiel müssen drei Torhüter auf dem offiziellen Spielberichtsbogen stehen. Für das Gibraltar-Spiel ist das Trapp, da ter Stegen, Leno und Horn bei der U21-Mannschaft sind und Neuer schon im Urlaub ist. Der 24 Jahre alte Trapp wird aber nur für den Fall, dass Weidenfeller oder Zieler bis zum Anpfiff gesundheitlich noch etwas passiert, noch nach Faro reisen.

Erst seit 2013 ist das britische Überseegebiet Mitglied der UEFA und kann somit erstmals an der EM-Qualifikation teilnehmen. Einen Fußballverband gibt es in Gibraltar allerdings schon seit dem Jahr 1895 und damit länger als in Deutschland (1900). Der Antrag auf Aufnahme in den Weltverband FIFA läuft, ist allerdings schwierig. Anders als bei der UEFA müssen FIFA-Mitglieder staatlich anerkannt sein - bei Gibraltar nicht der Fall.

Nur einige Tausend. Das Èstadio Algarve, Spielort bei der EM 2004, fasst zwar 30 000 Besucher. Doch nur wenige Fans aus Gibraltar, dazu einige deutsche Urlauber und Portugiesen haben Tickets gekauft.

Mit zehn Punkten steht Deutschland in der EM-Qualifikationsgruppe D derzeit überraschend nur auf dem dritten Rang hinter Polen (11) und Schottland (10). Gibraltar ist mit null Punkten abgeschlagen Letzter. Mit einem Sieg gegen den Außenseiter könnte der Weltmeister auf den ersten Platz rücken, falls Polen gegen Georgien (3) nicht gewinnt. Schottland trifft auf Verfolger Irland (8).

«Wir haben uns gegen Gibraltar schon im Hinspiel schwergetan», warnte Lukas Podolski. Mehr als ein 4:0 sprang im November 2014 in Nürnberg nicht heraus. Auch diesmal erwartet Löw den Kontrahenten wieder mit «fünf, sechs Leuten in der Abwehrkette». Je schneller ein Tor für den Weltmeister fällt, desto besser wird das Spiel, wie der Bundestrainer voraussagte. «Je länger es 0:0 steht, umso mehr wächst der Gegner über sich heraus.»

Die entscheidenden Partien um das EM-Ticket stehen nach der Sommerpause im September und Oktober gegen Polen (4.9.) sowie in Schottland (7.9.) und Irland (8.10.) an.