Tegel
Auf dem Gelände des ehemaligen Flughafens in Berlin-Tegel stehen 500 Schlafplätze für ankommende Kriegsflüchtlinge aus der Ukraine zur Verfügung. Paul Zinken/dpa
Russische Invasion

Fast 147.000 Ukraine-Flüchtlinge in Deutschland registriert

Die Zahl der Menschen, die aus der Ukraine fliehen, steigt immer weiter. In Deutschland sind nach Angaben des Innenministeriums nun knapp 150.000 Geflüchtete angekommen. Doch die Zahl ist ungenau.
dpa
Berlin

Die Zahl der Kriegsflüchtlinge aus der Ukraine nimmt weiter zu. Seit Beginn des russischen Angriffs am 24. Februar sind 146.998 Menschen aus der Ukraine nach Deutschland gekommen, wie das Bundesinnenministerium mitteilte.

Erfasst werden allerdings nur diejenigen Flüchtlinge, die von der Bundespolizei festgestellt werden. Da es aber im Regelfall keine festen Grenzkontrollen an den EU-Binnengrenzen gibt und Ukrainer erst einmal ohne Visum einreisen dürfen, könnte die Zahl der nach Deutschland eingereisten Kriegsflüchtlinge tatsächlich bereits deutlich höher sein.

Nicht erfasst wird außerdem, wie viele von ihnen womöglich von Deutschland aus weiterreisen zu Freunden oder Verwandten in anderen Staaten.

2,7 Millionen Menschen aus Ukraine geflüchtet

Nach UN-Angaben haben bereits rund 2,7 Millionen Menschen aus der Ukraine im Ausland Zuflucht gesucht. Die meisten blieben zunächst in den Nachbarländern.

In Polen etwa haben sich fast 1,8 Millionen Menschen in Sicherheit gebracht. Das teilte der polnische Grenzschutz via Twitter mit. Allein am Sonntag hätten rund 82.100 Menschen die Grenze überschritten, damit stieg die Zahl auf insgesamt 1,76 Millionen. Auch hier ist unklar, wie viele Menschen von Polen aus weitergereist sind.

Verkehrsminister: Länder sollen Kapazitäten melden

Bundesverkehrsminister Volker Wissing hat die Bundesländer aufgefordert, freie Plätze für die Aufnahme von Flüchtlingen aus der Ukraine zu schaffen und zu melden. „Es geht darum, dass so schnell wie möglich die Aufnahmekapazitäten erweitert werden”, sagte der FDP-Politiker im Deutschlandfunk.

„Jetzt ist es höchste Zeit, schneller zu werden, größere Kapazitäten zur Verfügung zu stellen. Die Menschen brauchen eine Versorgung”, sagte Wissing. Es sei Aufgabe der Länder, für entsprechende Aufnahmekapazitäten zu sorgen.

Wenn die Bahn wisse, wo es Aufnahmekapazitäten gebe, könnten Sonderzüge direkt dorthinfahren. Das sei gegenwärtig nicht möglich. „Ich kann nicht Leute irgendwo hinschicken, ohne zu wissen, ob sie dann vor Ort versorgt werden.” Flüchtlinge seien bisher mit regulären Zügen nach Deutschland gefahren. „Und die meisten eben nach Berlin.” Wissing forderte „ganz schnell” eine geordnete Verteilung. „Im Idealfall wäre es so, dass wir schon beim Beginn des Transports in Polen wissen, wo sind Aufnahmekapazitäten.”

Eine geordnete Verteilung der Flüchtlinge aus der Ukraine läuft gerade erst an. Bund und Länder hatten sich vor dem Wochenende darauf verständigt. Bundesinnenministerin Nancy Faeser (SPD) hatte zudem weitere Gespräche mit dem Deutschen Städtetag, dem Landkreistag und dem Städte- und Gemeindebund angekündigt.

© dpa-infocom, dpa:220314-99-512735/4

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