Fitness nach der Pandemie
Nur knapp ein Fünftel bezeichnet sich heute als fitter als vor der Pandemie, wie aus der Studie der Krankenkasse pronova BKK hervorgeht. Roberto Pfeil/dpa
Umfrage

Fast ein Drittel fühlt sich weniger fit als vor Corona

Einen relativ hohen Fitnesslevel bescheinigen sich einer Krankenkassen-Studie zufolge aktuell vor allem Männer. Frauen blieb in der Pandemie dagegen nur wenig Zeit, überhaupt an Sport zu denken.
dpa
Leverkusen

Fast ein Drittel der Menschen in Deutschland fühlt sich einer Krankenkassenumfrage zufolge weniger fit als vor der Corona-Pandemie.

Nur knapp ein Fünftel bezeichnet sich als fitter, wie aus der Studie „Fitness 2022” der Krankenkasse pronova BKK hervorgeht. Dafür seien 1000 Menschen ab 18 Jahren im Januar 2022 repräsentativ befragt worden.

Im Vergleich zur Zeit vor der Corona-Pandemie schätzen sich demnach 19 Prozent der Menschen als fitter ein, 51 Prozent als in etwa gleich fit wie vor der Pandemie und 30 Prozent als weniger fit. Einen relativ hohen Fitnesslevel bescheinigen sich der Studie zufolge aktuell vor allem Männer – nämlich 31 Prozent von ihnen. Bei den Frauen sind es 15 Prozent und damit nur rund halb so viele wie bei den Männern.

Krankenkasse: „Mittelmäßig” um die Fitness bestellt

Insgesamt – also Frauen und Männer zusammengerechnet – gaben 23 Prozent ihre Fitness als hoch oder sehr hoch an, 52 Prozent als mittelmäßig und 25 Prozent als gering oder gar nicht vorhanden. Vor diesem Hintergrund kommt die pronova BKK in einer der dpa vorliegenden Mitteilung zu dem Schluss, dass es „gerade einmal mittelmäßig um die körperliche Fitness der Bundesbürgerinnen und Bundesbürger” stehe.

Andere Studien der pronova BKK hätten gezeigt, dass vor allem Frauen unter der Pandemie gelitten und sich zwischen Homeschooling und Homeoffice aufgerieben gefühlt hätten. „Da blieb ihnen kaum Zeit, an ein Sportprogramm zu denken”, wird Gerd Herold, Beratungsarzt bei der pronova BKK, in der Mitteilung zitiert.

Viele Sportliche haben ihr Leistungsniveau gesteigert

Wie die Krankenkasse ausführte, haben jene, die sich derzeit für sportlich halten, nach eigenen Angaben die Pandemie für sich genutzt: Fast vier von zehn der Fitten hätten ihre Leistungsfähigkeit in den vergangenen zwei Jahren auf das heutige Niveau gesteigert.

Umgekehrt gelte: Wer schon vorher sportlich nicht besonders aktiv gewesen sei, habe durch die geschlossenen Fitnesscenter einen zusätzlichen Grund gefunden, dem inneren Schweinehund nachzugeben, erklärte Herold.

Details zur Umfrage

Die Studie „Fitness 2022” wurde im Januar 2022 im Auftrag der pronova BKK durchgeführt. Bundesweit wurden 1000 Erwachsene ab 18 Jahre repräsentativ online befragt.

Fragen im Wortlaut:

„Unter Fitness verstehen wir in dieser Befragung eine gute körperliche Verfassung und Leistungsfähigkeit, die durch sportliche Aktivitäten erreicht oder verbessert wird. Wie würden Sie vor diesem Hintergrund Ihren derzeitigen persönlichen Fitnesslevel auf einer Skala von 0 (überhaupt nicht fit) bis 10 (extrem fit auf Leistungssportniveau in meiner Altersklasse) einstufen?” „Inwieweit hat sich Ihr Fitnesslevel im Vergleich zu der Zeit vor der Corona-Pandemie verändert?”

© dpa-infocom, dpa:220416-99-935771/2

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