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Faust-Theaterpreis für Johan Simons und Dagmar Manzel

Faust-Theaterpreis für Johan Simons und Dagmar Manzel
Faust-Theaterpreis für Johan Simons und Dagmar Manzel
Daniel Reinhardt

Die Schauspielerin Dagmar Manzel und der Regisseur Johan Simons gehören zu den Gewinnern des Faust-Theaterpreises. In insgesamt zehn Kategorien wurde die undotierte Auszeichnung am Samstagabend in der Hamburgischen Staatsoper vergeben.

Zu der Gala waren neben zahlreichen prominenten Schauspielern auch Literaturnobelpreisträger Günter Grass (87), sowie Hamburgs Bürgermeister Olaf Scholz (SPD) und Kultursenatorin Barbara Kisseler (parteilos) gekommen. Künstlerisch begleitet wurde der Abend durch Beiträge der Philharmoniker Hamburg unter Leitung von Simone Young sowie des Hamburg Balletts und des Internationalen Opernstudios.

Manzel wurde für ihre Rolle der Sie in «Gift» von Lot Vekemans in der Regie von Christian Schwochow am Deutschen Theater Berlin geehrt, Regisseur und Intendant Johan Simons bekam die Trophäe für seine Inszenierung von Georg Büchners «Dantons Tod» an den Münchner Kammerspielen.

Den Faust für die beste Musiktheater-Regie erhielt Sandra Leupold für ihre Inszenierung von «Don Carlo» am Theater Lübeck, in der Kategorie beste Sängerdarsteller gewann Evelyn Herlitzius den Faust für ihre Rolle der Elektra in «Elektra» an der Sächsischen Staatsoper Dresden.

In der Kategorie Choreografie erhielt Christoph Winkler den Faust für «Das wahre Gesicht - Dance is not enough» am Ballhaus Ost Berlin. Als beste Tänzerin wurde Bruna Andrade für «Der Fall M.» und «Spiegelgleichnis» im Rahmen des Ballettabends «Mythos» am Staatsballett Karlsruhe ausgezeichnet.

In der Kategorie Bühne/Kostüm bekam Aleksandar Denic den Faust für Richard Wagners «Der Ring des Nibelungen» bei den Bayreuther Festspielen (Regie: Frank Castorf). Den Faust für das beste Kinder- und Jugendtheater gewann Andrea Gronemeyer für «Tanz Trommel» am Nationaltheater Mannheim.

Den Preis für das Lebenswerk erhielt die Bühnenverlegerin Maria Müller-Sommer (92). Die Berliner Theaterwissenschaftlerin wurde 1950 alleinige Geschäftsführerin der Gustav Kiepenheuer Bühnenvertriebs GmbH. Es gelang ihr, bis dato wenig bekannte deutsche und noch namenlose internationale Theaterautoren wie Günter Grass oder George Tabori nach Berlin zu holen. Der Preis des Präsidenten des Deutschen Bühnenvereins ging an das Institut für Theaterwissenschaft in Leipzig. Mit dem Preis solle auch ein Signal gegen die drohende Schließung dieses Instituts - als einziges seiner Art in den neuen Ländern - gesetzt werden.

Schauspieler, Sänger, Tänzer, Regisseure, Bühnen- und Kostümbildner versammeln sich seit 2006, um die Besten ihres Fachs zu küren. Die Ehrung wird von der Kulturstiftung der Länder, der Deutschen Akademie der Darstellenden Künste, dem Deutschen Bühnenverein und einem jährlich wechselnden Bundesland vergeben.