WIDERSPRUCH AUS BAYERN

FDP-Chef Lindner offen für Zentralabitur

FDP-Chef Christian Lindner ist offen für eine Debatte über ein Zentralabitur in Deutschland. „Ich halte den Bildungswettbewerb zwischen 16 Bundesländern, wie wir ihn praktizieren, für aus der Zeit gefallen”, sagte Lindner den Zeitungen der Funke Mediengruppe.
dpa
Abitur
Abiturprüfungen in einem hessischen Gymnasium: Die Debatte über ein Zentralabitur in Deutschland nimmt Fahrt auf. Foto: Thomas Warnack
Berlin.

„Gemeinsame Bildungsstandards müssen endlich umgesetzt werden. Ein Zentralabitur könnte dabei ein Element sein”, sagte Lindner weiter. Die FDP sei jederzeit bereit, in Gespräche über eine weitere Veränderung des Grundgesetzes einzutreten.

Baden-Württembergs Kultusministerin Susanne Eisenmann (CDU) hatte Anfang des Monats gefordert, dass in Deutschland innerhalb von fünf bis zehn Jahren ein zentrales Abitur eingeführt wird.

Bundesbildungsministerin Anja Karliczek (CDU) sagte daraufhin, Eisenmanns Vorstellungen gingen „in die richtige Richtung”, auch OECD-Bildungsdirektor Andreas Schleicher empfahl Deutschland ein Zentralabitur. CSU-Chef Markus Söder erteilte solchen Forderungen dagegen eine klare Absage. Bildung ist in Deutschland Ländersache.

Der thüringische Bildungsminister Helmut Holter plädierte für eine weitere Vereinheitlichung der Aufgabenstellungen. „Der Weg zum Zentralabitur muss über den gemeinsamen Aufgabenpool führen, die Prüfungen müssen ebenso wie die Lehrpläne und Stundentafeln schrittweise angepasst werden”, sagte der Linken-Politiker den Funke-Zeitungen. Die Kultusministerkonferenz solle sich dafür konkrete Fristen setzen, bis wann welcher Schritt umgesetzt sein müsse.

Widerspruch kommt aus dem Saarland: „Gleichwertigkeit hat nichts mit Gleichmacherei zu tun”, sagte Bildungsstaatssekretärin Christine Streichert-Clivot (SPD). „Ein bundesweites Zentralabitur garantiert weder eine faire Abiturprüfung noch eine vergleichbare Abiturnote.”

Die CSU lehnte jegliche Debatten über ein Zentralabitur in Deutschland kategorisch ab. „Dass Christian Lindner ein Zentral-Abi fordert, ist verständlich, denn er selbst hat ja NRW-Abi”, sagte CSU-Generalsekretär Markus Blume am Freitag der Deutschen Presse-Agentur in München. Für die CSU sei klar, dass es mit ihr kein Zentralabitur geben werde. Genau so hatte sich jüngst auch CSU-Chef Markus Söder geäußert.

„Wir wollen die beste Bildung für unsere Schüler und keinen deutschen Durchschnitt. Wir sind für Leistung und Wettbewerb und gegen sozialistische Gleichmacherei”, betonte Blume. Einmal mehr zeige sich: Bei den entscheidenden Fragen sei auf die FDP kein Verlass.

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