Führungstor
Cristiano Ronaldo (l) brachte Portugal per Elfmeter mit 1:0 in Führung. Tom Weller/dpa
Laufduell
Portugals Bernardo Silva (r) im Laufduell mit Seidu Alidu aus Ghana. Tom Weller/dpa
Portugal - Ghana
Cristiano Ronaldo (M) setzt einen Kopfball am Tor vorbei. Tom Weller/dpa
Fußball-WM

Félix und Leão retten Ronaldo: Portugal besiegt Ghana

Portugal müht sich gegen Ghana lange, dann schreibt Cristiano Ronaldo Geschichte. Der Superstar feiert auf der Jagd zum WM-Titel einen gelungenen Auftakt.
dpa
Doha

Superstar Cristiano Ronaldo hat mit Portugal auf der Jagd nach seinem letzten großen Titel Geschichte geschrieben und einen glücklichen WM-Auftakterfolg gefeiert. Zwei Tage nach der Trennung von seinem bisherigen Club Manchester United gewann Portugal in Doha verdient mit 3:2 (0:0) gegen Ghana.

Der Kapitän brachte sein Team mit einem Foulelfmeter in Führung (65. Minute). Den Ausgleich der Black Stars durch Kapitän Andre Ayew (73.) konterten João Félix (78.) und Rafael Leão (80.) mit ihren Treffern, ehe kurz vor Schluss Osman Bukari (89.) erneut für Ghana erfolgreich war. Ronaldo ist damit der erste Spieler, der bei fünf WM-Turnieren getroffen hat. Außerdem gelang ihm das 50. WM-Tor in der Geschichte Portugals.

Die Ghanaer mit dem früheren Bundesliga-Spieler Otto Addo als Nationalcoach müssen sich in der Gruppe H mit Uruguay und Südkorea für einen Einzug in die K.o.-Runde steigern. Ihnen gelangen aber immerhin die ersten Treffer einer afrikanischen Mannschaft bei diesem Turnier. Portugal dagegen geht als Tabellenführer der Gruppe und mit besten Aussichten auf das Achtelfinale in das nächste Duell mit Uruguay am Montag.

Umstrittener Elfmeter zur Führung

Die Entstehung des Führungstores war dabei umstritten: Nach einer leichten Berührung zwischen Ronaldo und Ghanas Torhüter Lawrence Ati Zigi und dem heranstürmenden Ronaldo entschied Schiedsrichter Ismail Elfath aus den USA auf Strafstoß. Der Video-Assistent griff nicht ein, Ronaldo verwandelte sicher und ließ sich feiern.

Bei seiner fünften WM-Teilnahme und seinem zehnten großen Turnier in Serie will Ronaldo den letzten noch fehlenden internationalen Titel erobern. Mit Portugal wurde der mehrmalige Champions-League-Sieger 2016 Europameister, bei seinen bisher vier WM-Turnieren war Platz vier 2006 in Deutschland das beste Ergebnis. Auch Portugals WM-Torrekord von Eusebio (neun Treffer) ist für Ronaldo mit nun acht Toren in Reichweite.

Der Kapitän führte Portugals Elf bereits zum Aufwärmen mit entschlossener Miene an. Bei der Nationalhymne wurde der 37-Jährige bei seinem wohl letzten WM-Turnier emotional und kämpfte mit den Tränen. Die portugiesischen Fans unter den 42 662 Zuschauern im Stadion 974 in Doha bejubelten zunächst jeden Ballkontakt des 37-Jährigen einzeln. Und tatsächlich war es Ronaldo, der in der ersten Halbzeit sein Team hätte in Führung bringen können. Doch der portugiesische Rekordtorschütze zeigte zunächst ungewohnte Schwächen im Abschluss.

Nach zehn Minuten versprang ihm ein Ball bei der Annahme, drei Minuten später traf er einen Kopfball frei vor dem Tor nicht richtig. Ein vermeintlicher Treffer Ronaldos nach gut einer halben Stunde wurde wegen eines Foulspiels bereits vor dem Abschluss zurückgepfiffen (31.). Werbung in eigener Sache konnte der seit Dienstag vereinslose Ronaldo damit zunächst nicht betreiben. Paris Saint-Germain, Newcastle United, der FC Chelsea oder Clubs in den USA oder Saudi-Arabien gelten als mögliche Interessenten für Ronaldo.

Ghana erst in der zweiten Halbzeit mutig

Ghana war unter dem Dortmunder Talente-Trainer Addo mit großen Hoffnungen in seine erste WM seit 2014 gestartet. Gegen Portugal wurden die Afrikaner nach einem nervösen Start aber erst in der zweiten Halbzeit etwas mutiger. Der zwischenzeitliche Ausgleich durch Kapitän Ayew war allerdings zu wenig. In der ersten Halbzeit kam Ghana nicht einmal auf einen Ballkontakt im gegnerischen Strafraum.

Die Höhepunkte kamen dann geballt in der Schlussphase. Nach Ronaldos Elfmeter löste Ghanas Ausgleich zunächst Jubelstürme bei den zahlreichen und lautstarken Fans der Afrikaner aus. Doch Portugal ließ keinen Deut nach. Der lange unauffällige Bruno Fernandes servierte zweimal perfekt, Félix und der gerade erst eingewechselte Leão vollendeten in kürzester Zeit zum 2:1 und 3:1. Damit war die Partie entschieden, der Treffer von Bukari inklusive Kopie des typischen Ronaldo-Jubels kam zu spät.

© dpa-infocom, dpa:221124-99-651749/2

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