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Athen belastet Dax - Deutsche Bank profitiert von Chefwechsel

Athen belastet Dax - Deutsche Bank profitiert von Chefwechsel
Athen belastet Dax - Deutsche Bank profitiert von Chefwechsel
Fredrik von Erichsen

Der Dax hat an seinen jüngsten Abwärtstrend angeknüpft und weiter nachgegeben. Für den deutschen Leitindex ging es im frühen Handel um 0,53 Prozent auf 11 137,45 Punkte nach unten. Zwischenzeitlich hatte er so tief gestanden wie zuletzt Ende Februar.

Auf die Stimmung drückte erneut der Schuldenstreit mit Athen. Deutliche Kursgewinne bei den Papieren der Deutschen Bank verhinderten größere Verluste. Die Aktie profitierte von dem überraschenden Chefwechsel.

Der Index der mittelgroßen Werte MDax fiel um 0,73 Prozent auf 19 860,11 Punkte und der TecDax büßte 0,31 Prozent auf 1663,20 Punkte ein. Der EuroStoxx 50 als Leitindex der Eurozone verlor 0,68 Prozent.

Griechenland bleibt ein wichtiges Thema an den Märkten. Es zeichne sich eine weitere Woche mit keinen oder nur geringen Fortschritten in puncto Schuldenstreit ab, sagte Händler Markus Huber vom Broker Peregrine & Black. Äußerungen von EU-Kommissionspräsident Jean-Claude Juncker hätten gezeigt, wie sehr die internationalen Geldgeber und die Regierung in Athen noch voneinander entfernt seien.

Auch der weiter steigende Euro, der Exporte verteuert, und die anhaltenden Turbulenzen am Anleihenmarkt drückten auf die Stimmung. Die massiven Käufe von Staatsanleihen durch die Europäischen Zentralbank bewirkten, dass es im freien Handel immer weniger Anleihen gibt. Am Markt für europäische Staatsanleihen herrscht daher eine geringe Liquidität, die auch zu außergewöhnlichen Kursbewegungen führte. Am Vormittag stiegen wieder die Anleiherenditen, so dass festverzinsliche Wertpapiere gegenüber Aktien an Attraktivität gewannen.

Ein Lichtblick am Aktienmarkt waren indes die Aktien der Deutschen Bank, die mit einem Kurssprung von 6,12 Prozent auf 29,305 Euro auf den Chefwechsel bei dem Finanzinstitut reagierten. Nach heftiger Kritik an ihrem Kurs hatten die Co-Chefs Jürgen Fitschen und Anshu Jain am Sonntag ihren Rücktritt angekündigt. Der Brite John Cryan soll nun erst Co-Vorstandschef neben Fitschen und dann alleiniger Vorstandschef werden.

Schon gibt es allerdings erste Zweifel, wie nachhaltig die Freude der Börsianer sein wird. «Es kommt ein neuer Chef, er steht aber vor den alten Problemen», trat Analyst Jernej Omahen von der US-Investmentbank Goldman Sachs auf die Euphoriebremse.

Die Aktien der Commerzbank legten im Kielwasser der Deutschen Bank um 0,04 Prozent zu. Ansonsten gab es nur Verlierer im Leitindex. Am Indexende versammelten sich mit Verlusten von mehr als 1 Prozent der Chemie- und Pharmakonzern Bayer, der Halbleiterhersteller Infineon Technologies und der Automobilzulieferer Continental.