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Starker Euro drückt Dax ins Minus

Die Erholung am deutschen Aktienmarkt hat nur kurz gewährt. Nachdem zunächst die Entspannung am gebeutelten Anleihemarkt dem Dax auf die Sprünge geholfen hatte, drehte der deutsche Leitindex am Nachmittag nach schwachen US-Konjunkturdaten und einem wieder erstarkten Euro ins Minus.

Der Dax fiel um 0,33 Prozent auf 11 434,56 Punkte. Auch an Christi Himmelfahrt an diesem Donnerstag ist die Börse geöffnet.

Der Index der mittelgroßen Werte MDax rückte am Mittwoch hingegen um 0,79 Prozent auf 20 478,52 Punkte vor, und der TecDax der Technologietitel gewann 0,68 Prozent auf 1665,80 Punkte. Der EuroStoxx 50 als Leitindex der Eurozone stieg moderat.

An den vergangenen Tagen hatten der stärkere Euro und schwache Anleihemärkte die Börse belastet. Am Anleihemarkt erholten sich die Kurse zur Wochenmitte etwas, was gleichzeitig fallende Renditen bedeutet. Anleihen wurden damit für Investoren als Alternative zu Aktien wieder uninteressanter.

Der Kurs des Euro zog allerdings an und sprang über die Marke von 1,13 US-Dollar, nachdem Einzelhandelsdaten aus den USA enttäuscht hatten. Die Devisenexperten der Commerzbank hatten bereits gewarnt, dass schwache Daten die Bedenken in puncto dauerhafter Konjunktureintrübung schüren könnten. Damit würden Erwartungen hinsichtlich eines vorsichtigeren Vorgehens der US-Notenbank Fed bei einer Zinserhöhung gestärkt.

Das wiederum macht den US-Dollar im Vergleich zum Euro uninteressanter und treibt den Euro-Kurs nach oben. Ein steigender Eurokurs wird als Belastung für die stark exportorientierte deutsche Wirtschaft gesehen, da dadurch deren Waren außerhalb der Eurozone teurer werden. Noch Mitte April hatte ein Euro nach monatelanger Talfahrt weniger als 1,06 Dollar gekostet.  

Neben der Entwicklung des Euro und der Anleihekurse richteten sich die Blicke zur Wochenmitte nochmals auf die Berichtsaison der Unternehmen. Der schwache Euro und das schnelle Wachstum in den USA bescherten der Deutschen Telekom zum Jahresbeginn starke Zuwächse. Die Papiere fielen dennoch um 1,54 Prozent. Nach der starken Kursentwicklung im bisherigen Jahresverlauf hätten einige Anleger nun Kasse machen können, sagte ein Händler.

Die Anteilsscheine von RWE fielen um mehr als 12 Prozent. Der Verfall der Strompreise im Großhandel setzt dem Energiekonzern weiter zu. Im TecDax sackten die Aktien des Lasertechnik-Herstellers LPKF Laser nach einem Auftragseinbruch zum Jahresbeginn um mehr als 8 Prozent ab.     

Am deutschen Rentenmarkt fiel die Umlaufrendite börsennotierter Bundeswertpapiere von 0,56 Prozent am Dienstag auf 0,52 Prozent. Der Rentenindex Rex gab um 0,16 Prozent auf 138,41 Punkte nach. Der Bund-Future rückte um 0,52 Prozent auf 153,75 Punkte vor. Der Kurs des Euro stieg nach schwachen US-Konjunkturdaten über die Marke von 1,13 US-Dollar. Die Europäische Zentralbank (EZB) hatte den Referenzkurs zuvor auf 1,1221 (Dienstag: 1,1239) Dollar festgesetzt. Der Dollar kostete damit 0,8912 (0,8898) Euro.