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Dax rutscht unter 10 800 Punkte

Dax rutscht unter 10 800 Punkte
Dax rutscht unter 10 800 Punkte
Fredrik von Erichsen

Kein Aufatmen am deutschen Aktienmarkt: Der Dax hat weiter nachgegeben. Er stand zuletzt 1,38 Prozent tiefer bei 10 832,93 Punkten. Zeitweise fiel der deutsche Leitindex sogar unter 10 800 Punkte zurück.

Damit ist der Stabilisierungsversuch, der sich im vorbörslichen Handel noch abgezeichnet hatte, klar gescheitert. Seit dem Rekordhoch vom 10. April hat das wichtigste deutsche Börsenbarometer inzwischen mehr als 12 Prozent eingebüßt.

Der MDax als Index der mittelgroßen Werte sank am Dienstag um 1,34 Prozent auf 19 364,06 Punkte, während der TecDax um 1,38 Prozent auf 1600,27 Zähler nachgab. Der Leitindex der Eurozone EuroStoxx 50 rutschte ebenfalls um mehr als 1 Prozent ab.

Angesichts der drohenden Pleite Griechenlands sind die Anleger nach wie vor nervös. Dass der griechische Finanzminister Gianis Varoufakis offenbar ohne eine neue Reformliste zum Treffen der Eurogruppen-Finanzminister am Donnerstag reisen will, sorgt für weitere Unruhe. Varoufakis warnte gar vor einer Auflösung Europas.

Die Rückendeckung des Europäischen Gerichtshofs (EuGH) für das OMT-Anleihenprogramm der Europäischen Zentralbank (EZB) war am Markt erwartet worden und führte nicht zu positiven Ausschlägen.

Unter den Einzelwerten standen Luftfahrt-Aktien im Fokus. Bei der Lufthansa gab es zunächst große Verwirrung um die Gewinnziele. Am Dienstagmorgen musste die Fluggesellschaft ihre Jahresprognose für den operativen Gewinn erneut bekräftigen, nachdem am Markt zuvor Spekulationen über ein Verfehlen der Ziele die Runde gemacht hatten. Die Lufthansa-Aktie notierte zuletzt 1,85 Prozent tiefer.

Das möglicherweise verlorene Rennen um den Shampoo-Hersteller Wella belastete die Aktien von Henkel. Die Papiere landeten mit einem Minus von 3,16 Prozent am Dax-Ende. Der US-Parfüm- und Kosmetikkonzern Coty habe den deutschen Konsumgüterkonzern mit einem höheren Gebot ausgestochen, berichtete die «New York Post» unter Berufung auf mit dem Geschäft vertraute Quellen. Henkel soll an Wella Interesse gehabt haben, hatte sich aber in der Vergangenheit nicht dazu geäußert.

Bewegung gab es auch im SDax, dem Index für Unternehmen mit geringerem Börsenwert. Nachdem am Wochenende bereits die Deutsche Annington mit dem Kauf der Süddeutsche Wohnen (Südewo) Schlagzeilen gemacht hatte, dreht sich das Übernahmekarussell in der Immobilienbranche mit einer Offerte von Alstria Office Reit für Deutsche Office weiter. Die Aktien von Deutsche Office sprangen an der Index-Spitze um 9 Prozent nach oben.