IRAN

Führerschein für Tätowierte nur nach Psycho-Test

Wer Tattoos am Körper hat, muss im Iran künftig Extra-Tests machen, bevor er den Führerschein bekommt. Der Staat hält Tätowierte für potenziell psychisch gestört.
dpa
Tätowiert? Dann ist man für iranische Behörden ein Fall für den Psychologen.
Tätowiert? Dann ist man für iranische Behörden ein Fall für den Psychologen. Heiko Wolfram
Verkehr in Teheran
Stau: Verstopfte Straßen in der iranischen Hauptstadt Teheran. Foto: Bernd von Jutrczenka
Teheran.

Tätowierte Menschen müssen im Iran zukünftig einen psychologischen Test bestehen, bevor sie einen Führerschein beantragen dürfen. „Die Tätowierung ist eine Art von Selbstverletzung und Personen, die das tun, leiden eventuell an psychischen Störungen”, sagte ein Sprecher der Polizei der staatlichen Nachrichtenagentur IRNA. Nur nach einem erfolgreichen Test dürfe die Fahrerlaubnis beantragt werden.

"Zeichen der westlichen Kulturinvasion"

Tätowierungen wurden bislang in der islamischen Republik als „Zeichen der westlichen Kulturinvasion” eingestuft, die die islamischen Werte gefährdeten. Nun gelten sie auch als psychische Krankheit. Dennoch werden Tätowierungen besonders unter Jugendlichen im Iran immer beliebter – zum Ärgernis der Behörden und der Sittenpolizei.

Ein bekanntes Beispiel dafür ist der Fall des Kapitäns der iranischen Nationalmannschaft, Ashkan Dejagah: Vor drei Jahren wollte die Ethik-Kommission des iranischen Fußballverbandes ihn wegen seiner Tätowierungen suspendieren. Dazu kam es zwar nicht, der Deutsch-Iraner spielt aber seitdem immer in langärmligen Trikots.

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