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Futuristischer Museumsneubau für Schöninger Speere

Futuristischer Museumsneubau für Schöninger Speere
Peter Steffen

Die ältesten erhaltenen Jagdwaffen der Menschheit werden knapp 20 Jahre nach ihrer Entdeckung in einem futuristischen Museumsneubau ausgestellt. In der Kleinstadt in Schöningen im niedersächsischen Kreis Helmstedt sollen die weltberühmten Schöninger Speere ein dauerhaftes Zuhause finden. Das 15 Millionen Euro teure Erlebnis- und Forschungszentrum Paläon wurde am Montag offiziell eröffnet.

Niedersachsens Ministerpräsident Stephan Weil (SPD) betonte: «Das ist ein einmaliges Projekt. Niedersachsen entwickelt sich immer mehr zur Schatzkammer für Archäologen.» Der Museumsneubau steht unweit der Fundstelle der Speere. Erwartet werden dort 70 000 Besucher jährlich.

Für den Präsidenten des niedersächsischen Landesamtes für Denkmalpflege, Stefan Winghart, gehören die Speere zu den zehn wichtigstens archäologischen Funde weltweit. «Zwar sind sie vom Aussehen nicht so spektakulär, von der wissenschaftlichen Bedeutung sind sie aber in einer Reihe mit den Tonkriegern von Xian, dem Pergamon-Altar, dem Grab von Tutanchamun oder dem Fund von Troja zu sehen», sagt der Archäologe.

Im Paläon können die Besucher neben den Speeren auch weitere Funde bestaunen und sich über die Urzeit informieren. In einem Besucherlabor sollen junge Menschen für die Wissenschaft begeistert werden. Ein weitläufiger Park mit vier Urpferden und Urpflanzen sowie Gastronomie sollen dazu beitragen, dass das Zentrum zum Ausflugsort wird.

Die Grabungen im benachbarten Braunkohletagebau gehen derweil weiter. «Bislang sind nur etwa zehn Prozent der Fläche untersucht worden», sagte Forschungsleiter Prof. Thomas Terberger. Er erwartet weitere Sensationsfunde.