DÄMPFER IM APRIL

Gegenwind für Exporteure nimmt zu

Internationale Handelskonflikte haben Deutschlands Exportwirtschaft den Start ins zweite Quartal verdorben. Im April 2019 verkauften die Unternehmen weniger Waren ins Ausland – sowohl im Vergleich zum Vorjahresmonat als auch im Vergleich zum März des laufenden Jahres.
dpa
Export
Containerverladung im JadeWeserPort in Wilhelmshaven. Der DIHK rechnet mittlerweile nur noch mit einem Anstieg der Ausfuhren von Waren und Dienstleistungen um 1,2 Prozent in diesem Jahr. Foto: Ingo Wagner
Wiesbaden.

„Die Auswirkungen der globalen Unruhe – nicht nur in der Politik allgemein, aber vor allem in der Handelspolitik – bekommen wir nun zu spüren”, erläuterte Holger Bingmann, Präsident des Außenhandelsverbandes (BGA).

Nach Angaben des Statistischen Bundesamtes beliefen sich die Exporte auf 109,7 Milliarden Euro. Das war zum Vorjahres-April ein Minus von 0,5 Prozent und im Vergleich zum Vormonat März 2019 ein Rückgang um 3,7 Prozent. Die Importe stiegen binnen Jahresfrist dagegen um 2,1 Prozent auf 91,7 Milliarden Euro.

Ein Lichtblick sind dem BGA zufolge die auf Jahressicht um 4 Prozent gestiegenen Exporte in Länder außerhalb der EU. „Besonders hervorzuheben sind hier die Ausfuhren in afrikanische Länder”, sagte Bingmann.

Betrachtet man den gesamten bisherigen Jahresverlauf, liegt der deutsche Außenhandel noch auf Wachstumskurs. Von Januar bis einschließlich April summierten sich die Warenausfuhren „Made in Germany” auf 445,8 Milliarden Euro – das waren 1,8 Prozent mehr als im Vorjahreszeitraum.

Der BGA rechnete zuletzt mit einem Anstieg der Ausfuhren im Gesamtjahr um bis zu 3,0 Prozent. Das wäre ein Plus beim Waren-Export in etwa so groß wie 2018, aber deutlich kleiner als im Jahr davor (6,2 Prozent).

„Eine langsamere Weltwirtschaft und um sich greifende Handelsstreitigkeiten treffen die deutschen Unternehmen mittlerweile hart”, sagte auch DIHK-Außenwirtschaftschef Volker Treier. Der DIHK rechnet mittlerweile nur noch mit einem Anstieg der Ausfuhren von Waren und Dienstleistungen um 1,2 Prozent in diesem Jahr. Im Februar war der Wirtschaftsverband noch von 2,0 Prozent ausgegangen.

Die Exporterwartungen der Unternehmen sind laut der aktuellen DIHK-Konjunkturumfrage inzwischen auf dem niedrigsten Stand seit der weltweiten Finanz- und Wirtschaftskrise vor rund zehn Jahren. „Mit dem ungelösten Handelskonflikt zwischen den USA und China oder der Unsicherheit beim Brexit werden wichtige Exportmärkte für die deutsche Wirtschaft infrage gestellt”, erläuterte Treier.

Der Welthandel hatte auch wegen Handelsstreitigkeiten bereits im vergangenen Jahr an Tempo verloren. Für das laufende Jahr sagte die Weltbank jüngst nur noch ein Wachstum von 2,6 Prozent voraus. Das wäre der schwächste Anstieg seit der Finanzkrise.

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