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General: Isaf hat ihre Mission in Afghanistan erfüllt

General: Isaf hat ihre Mission in Afghanistan erfüllt
General: Isaf hat ihre Mission in Afghanistan erfüllt
Maurizio Gambarini

Trotz der anhaltenden Gewalt in Afghanistan hat die Internationale Schutztruppe Isaf ihre Ziele nach Einschätzung ihres Vizekommandeurs erreicht. «Was der Isaf ins Auftragsbuch geschrieben war, ist erfüllt», sagte Bundeswehr-Generalleutnant Carsten Jacobson der dpa in Kabul.

Das Ende des 13-jährigen Nato-Kampfeinsatzes wird an diesem Sonntag mit einer feierlichen Zeremonie in Kabul begangen. An Neujahr beginnt die kleinere Nachfolgemission «Resolute Support» zur Ausbildung und Beratung afghanischer Sicherheitskräfte, die keinen Kampfauftrag mehr hat.

Isaf-Ziel sei gewesen, die Bildung einer afghanischen Regierung zu ermöglichen, einheimische Sicherheitskräfte aufzubauen und die Verantwortung an diese zu übergeben, sagte Jacobson. «Dieser Auftrag der Isaf ist zu 100 Prozent erfüllt.» Jacobson wird künftig auch stellvertretender Kommandeur bei «Resolute Support» sein. An dem Einsatz sollen sich rund 12 000 Soldaten beteiligen, unter ihnen bis zu 850 Deutsche. Die meisten Truppen stellen wieder die USA.

Der General sagte, ohne die Isaf wäre auch der Machtwechsel in Afghanistan bei den Wahlen nicht möglich gewesen. «Es ist gelungen, nicht nur 13 Jahre die politischen Verhältnisse in Afghanistan friedlich zu halten. Sondern es ist gelungen, das ganze hinzuführen zu einer demokratischen Wahl, in deren Folge ein demokratisch gewählter Präsident die Macht friedlich an einen anderen demokratisch gewählten Präsidenten übergeben hat.»

Der Einsatz der Soldaten bei «Resolute Support» bleibt nach Jacobsons Worten auch ohne Kampfauftrag gefährlich. «Afghanistan bleibt ein Land, in dem Krieg geführt wird», sagte er. «Wir sind einem Umfeld, in dem es weiterhin durchaus passieren kann, dass wir gerade in der Uniform in Situationen kommen, in denen es gefährlich wird.»

Jacobson äußerte sich lobend über die afghanischen Sicherheitskräfte. «Sie haben uns in den Jahren 2013 und 2014 bewiesen, dass sie taktisch führen, taktisch operieren und gewinnen können.» Problematisch seien die Verluste. «Die hohe Zahl der afghanischen Verwundeten und Gefallenen in diesem Sommer ist tatsächlich etwas, was uns Sorge bereitet. Die Zahlen sind zu hoch, die Zahlen müssen reduziert werden. Und das wird ein ganz wesentlicher Bestandteil der Unterstützung, Beratung und Arbeit sein, die wir zu leisten haben.»

Die Aufständischen in Afghanistan setzte Jacobson mit Mördern gleich. Er sagte: «Taliban sind Taliban. Extremisten sind Extremisten. Mörder sind Mörder. Und man muss sie auch so nennen. Wer ein kleines Kind mit einer Selbstmordbombe behängt und in eine Versammlung mit anderen kleinen Kindern schickt, damit es sich in die Luft sprengt, der hat von mir wenig Sympathie zu erwarten.»