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Gerichtshof für Menschenrechte urteilt über Katyn-Massaker

Gerichtshof für Menschenrechte urteilt über Katyn-Massaker
Gerichtshof für Menschenrechte urteilt über Katyn-Massaker
Rainer Jensen

Der Europäische Gerichtshof für Menschenrechte (EGMR) urteilt heute abschließend über eine Klage von Angehörigen der polnischen Opfer des Massakers von Katyn 1940. Das Verbrechen hat die russisch-polnischen Beziehungen jahrzehntelang belastet.

Gegen Russland geklagt haben Angehörige von zwölf Opfern, darunter Offiziere der polnischen Armee. Die Angehörigen verlangen die «volle Wahrheit» über das Massaker und die Übergabe aller relevanten Akten.

Der Gerichtshof hatte Russland 2012 wegen «menschenunwürdiger Behandlung» von Angehörigen verurteilt, weil der Staat die Realität der Ermordung Tausender Polen durch den sowjetischen Geheimdienst nur widerwillig anerkannt habe. Dagegen hatten die Kläger Berufung beantragt. Ihnen ging das Urteil nicht weit genug.

Nach dem Einmarsch sowjetischer Truppen in Polen waren etwa 22 000 Polen im April und Mai 1940 in Katyn und anderen Orten von der sowjetischen Geheimpolizei erschossen worden. Erst kurz vor dem Ende der Sowjetunion gestand der Kreml die eigene Schuld ein.