NITRAT IM GRUNDWASSER

Güllestreit: Brüssel erhöht den Druck

Im Streit über schädliches Nitrat im Grundwasser droht die EU-Kommission Deutschland mit einer weiteren Klage, falls nicht rasch die Düngeregeln für Bauern nachgeschärft werden.
dpa
Düngen
Ein Landwirt bringt Gülle als Dünger auf einem Feld aus. Foto: Philipp Schulze

Dies geht aus einem Brief der Kommission an das Argrar- und das Umweltministerium in Berlin hervor, der der Deutschen Presse-Agentur vorliegt. Die beiden Ministerien wollen am Mittwoch über den Düngestreit beraten.

Der Europäische Gerichtshof (EuGH) hatte Deutschland im Juni 2018 verurteilt, weil an etlichen Stellen zu viel Nitrat im Grundwasser ist und damit EU-Regeln gebrochen werden. Das Nitrat stammt meist aus Düngern wie Gülle und kann im Übermaß für Umwelt, Tiere und Menschen schädlich sein. Die Bundesregierung hat die Regeln für Landwirte schon verschärft, aber aus Brüsseler Sicht nicht ausreichend.

In dem Brief an die beiden deutschen Ministerien beklagt die Kommission, dass Umweltkommissar Karmenu Vella schon Mitte März gesetzliche Nachbesserungen verlangt, aber darauf immer noch keine Antwort erhalten habe. Die volle Umsetzung der Nitrat-Richtlinie in Deutschland sei unerlässlich, «um Rechtsstaatlichkeit zu gewährleisten und die beunruhigende Wasserqualität» zu verbessern.

Da sich Bauern gegen noch schärfere Düngeauflagen wehren, will Agrarministerin Julia Klöckner (CDU) mehr Flexibilität der EU-Vorschriften. Die EU-Kommission fordert indes klipp und klar einen «umfassenden von der Regierung genehmigten Entwurf einer Gesetzesänderung» und droht: «Sie werden sicher verstehen, dass die Kommission anderenfalls verpflichtet ist, rechtliche Schritte einzuleiten.» Möglich wäre eine Klage auf Strafgelder vor dem EuGH.

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