Gut gefüllte Staatskasse – Bundesamt legt Zahlen vor

Gut gefüllte Staatskasse – Bundesamt legt Zahlen vor
Gut gefüllte Staatskasse – Bundesamt legt Zahlen vor
Daniel Reinhardt

Die deutsche Wirtschaft bleibt auch in turbulenten Zeiten auf Wachstumskurs. Davon dürften im ersten Halbjahr die öffentlichen Kassen profitiert haben.

Wie groß der Überschuss ist, den Bund, Länder, Gemeinden und Sozialkassen erwirtschaftet haben, gibt das Statistische Bundesamt heute bekannt. Die Wiesbadener Behörde legt vorläufige Zahlen zu den Einnahmen und Ausgaben des Staates in den ersten sechs Monaten 2018 vor.

Im Gesamtjahr 2017 war der Überschuss auf den Rekordwert von 38,2 Milliarden Euro gestiegen. Bezogen auf die gesamte Wirtschaftsleistung lag das Etatplus bei 1,2 Prozent. Europas größte Volkswirtschaft ist damit weit entfernt von der Schuldenobergrenze, die sich die Europäer in ihren gemeinsamen Verträgen zugestehen (Maastricht). Erlaubt ist demnach höchstens ein Haushaltsdefizit von 3,0 Prozent der nominalen Wirtschaftsleistung. Zuletzt verfehlte Deutschland diese Marke im Gesamtjahr 2010 mit einem Minus von 4,2 Prozent.

Die deutsche Wirtschaft hat nach ersten Daten der Wiesbadener Behörde im zweiten Quartal ihr Tempo leicht beschleunigt. Das Bruttoinlandsprodukt (BIP) stieg danach um 0,5 Prozent gegenüber dem ersten Vierteljahr. Zum Jahresanfang hatte es ein Plus von 0,4 Prozent gegeben.

Angetrieben wurde das Wachstum im zweiten Quartal von der Konsumlust der Verbraucher sowie dem Bauboom und den Konsumausgaben des Staates, zu denen unter anderem soziale Sachleistungen und Gehälter der Mitarbeiter zählen. Die Unternehmen investierten etwas mehr in Ausrüstungen wie beispielsweise Maschinen. Vom Außenhandel kamen dagegen keine Impulse, weil die Importe stärker stiegen als die Exporte. Sorgen bereiten die von den USA angeheizten internationalen Handelskonflikte.