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Reiseveranstalter holen Urlauber aus Tunesien zurück

Reiseveranstalter holen Urlauber aus Tunesien zurück
Reiseveranstalter holen Urlauber aus Tunesien zurück
Mohamed Messara

Nach dem Terroranschlag im tunesischen Badeort Sousse mit mindestens 39 Toten haben Reiseveranstalter begonnen, Urlauber aus der Region zurückzuholen. In der Nacht zum Samstag seien 80 Gäste ausgeflogen worden, sagte ein Sprecher des Reisekonzerns Tui.

Weitere 120 sollten am Wochenende folgen - darunter auch einige Urlauber, deren Rückreise ohnehin anstand. Auch britische Reiseanbieter stellten mindestens zehn Flugzeuge bereit, um Touristen nach Hause zu holen. Reisebüros wie Thomson oder Thomas Cook stellten es Tunesien-Urlaubern frei, ihren Urlaub kostenlos zu stornieren.

Bei dem Anschlag starb nach tunesischen Angaben mindestens ein Deutscher. Die Mehrzahl der Toten soll aus Großbritannien kommen. Zentrum des Angriffs war das Riu-Hotel «Imperial Marhaba». Die Kette Riu Hotel & Resorts wird von der Tui und einer spanischen Familie betrieben.

In ganz Tunesien machen derzeit etwa 3800 Menschen Ferien mit Tui. Urlauber, die Tunesien gebucht haben, können ihre Reise umbuchen oder stornieren. Nach Angaben des Unternehmenssprechers hatten von diesem Angebot bis Samstagvormittag etwa 300 Kunden Gebrauch gemacht. Tui-Chef Fritz Joussen sagte den Angehörigen der Opfer die volle Hilfe des Unternehmens zu. Der Reisekonzern schickte ein Krisenteam aus 19 speziell geschulten Experten nach Sousse, darunter Psychologen.

Die deutsche Reisebranche steht trotz des jüngsten Terroranschlags weiter zum Urlaubsland Tunesien. «Seit Jahrzehnten zählt Tunesien mit über 400 000 deutschen Urlaubern pro Jahr zu den beliebtesten Reiseländern in Nordafrika», sagte der Sprecher des Deutschen Reiseverbands, Torsten Schäfer, der Deutschen Presse-Agentur. Bereits in Folge des Arabischen Frühlings habe es 2011 einen Besucherrückgang aus Deutschland geben. «Das Land erholte sich aber recht schnell, und seit 2012 steigen die Gästezahlen wieder stetig an.»

Erst im März waren bei einem Überfall von Islamisten auf ein Museum in Tunis mehr als 20 Menschen getötet worden.