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VW will sich bei Suche nach neuem Aufsichtsratschef Zeit lassen

VW will sich bei Suche nach neuem Aufsichtsratschef Zeit lassen
VW will sich bei Suche nach neuem Aufsichtsratschef Zeit lassen
Julian Stratenschulte

Volkswagen will sich bei der Suche nach einem Nachfolger für den zurückgetretenen Aufsichtsratschef Ferdinand Piëch Zeit lassen.

Man werde «nichts überstürzen», sondern mit Ruhe und Umsicht agieren, sagte Niedersachsens Ministerpräsident und Aufsichtsrat Stephan Weil (SPD) kurz vor Beginn der VW-Hauptversammlung in Hannover vor Journalisten. Weil nannte den Rücktritt Piëchs einen «Einschnitt» in der Geschichte von Volkswagen. Piëch habe sich große Verdiente um den Autobauer erworben.

In seiner Sitzung am Dienstagabend nach der Hauptversammlung wird der VW-Aufsichtsrat demnach noch keine Entscheidung über den Posten des Chefkontrolleurs treffen. Es handele sich nur um eine normale Routine-Sitzung des Gremiums, die obligatorisch nach Anteilseigner-Treffen stattfinde, hatten zuvor zwei mit den Plänen vertraute Personen unabhängig voneinander gesagt. Ex-IG-Metall-Chef Berthold Huber leitet den Aufsichtsrat derzeit kommissarisch.

Weil sagte mit Blick auf den Machtkampf und die Demontage von VW-Chef Martin Winterkorn durch Piëch, es sei eine «Klärung» notwendig gewesen: «Wir alle haben die Situation nicht haben wollen, mussten aber damit umgehen.» Einen nachhaltigen Image-Schaden für VW sieht Weil nicht. Volkswagen könne sich nun wieder auf das eigentliche Geschäft konzentrieren.